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29.03.2016

13:51 Uhr

Finanzinstitute

Israel kappt Gehälter von Bankmanagern

Weltweit sorgen die hohen Gehälter, die in der Bankbranche gezahlt werden, für Unverständnis. Das israelische Parlament begrenzt den Verdienst von Bankmanagern nun auf knapp 600.000 Euro im Jahr.

Das neue Gesetz gilt im internationalen Vergleich als besonders streng. Reuters

Eine Filiale der Bank Hapoalim in Tel Aviv.

Das neue Gesetz gilt im internationalen Vergleich als besonders streng.

JerusalemDer israelische Staat Israel deckelt per Gesetz die Gehälter von Bankmanagern. Das Parlament verabschiedete am späten Montagabend ein Gesetz, wonach das Jahresgehalt eines Bankmanagers auf 2,5 Millionen Schekel (derzeit umgerechnet 584.000 Euro) begrenzt wird. Bankchefs dürfen demnach künftig höchstens 35-mal mehr verdienen als der am niedrigsten bezahlte Mitarbeiter ihres Unternehmens.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Das neue Gesetz gilt im internationalen Vergleich als besonders streng. Es wurde mit 56 Stimmen und ohne Gegenstimmen von der Knesset angenommen, der 120 Parlamentarier angehören. Der israelische Bankenverband kündigte an, die Aussichten einer Verfassungsklage vor dem Obersten Gerichtshof des Landes zu prüfen, gab am Dienstag zunächst aber keine offizielle Stellungnahme ab.

Das Vorhaben wurde von Finanzminister Mosche Kachlon vorangetrieben und war ein Wahlversprechen seiner sozialkonservativen Kulanu-Partei. Der wirtschaftsliberale Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte ihm dafür bei den Koalitionsverhandlungen freie Hand gegeben. In einem Radio-Interview erklärte Netanjahus Bürochef Eli Groner vergangene Woche, es sei nicht beabsichtigt, die Begrenzung der Spitzengehälter auf andere Unternehmensbereiche auszudehnen.

Von

afp

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