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02.02.2012

18:52 Uhr

Finanzinvestor

Blackstone ist für große Käufe gerüstet

Insgesamt 32,9 Milliarden Euro warten bei Blackstone darauf, in Firmen investiert zu werden. In Deutschland hatte die Firma zuletzt eine Beteiligung am Kamerahersteller Leica gekauft. Die Branche bläst aber eher Trübsal.

Blackstone konnte seinen Quartalsgewinn verdreifachen. Quelle: ap

Blackstone konnte seinen Quartalsgewinn verdreifachen.

FrankfurtDer US-Finanzinvestor Blackstone kann so viel Geld wie nie für Firmenkäufe ausgeben. Blackstone bezifferte das zur Verfügung stehende Kapital Ende 2011 auf 32,9 Milliarden Dollar. Das börsennotierte Unternehmen hatte vor kurzem Geld für einen neuen - seinen sechsten - Fonds für Übernahmen eingesammelt. Letztlich kamen 16,2 Milliarden Dollar zusammen, wie der für das operative Geschäft zuständige Vorstand Tony James am Donnerstag sagte.

Die Private-Equity-Firmen verstärken ihre Feuerkraft mit Krediten, mit denen in der Regel 50 Prozent des Kaufpreises finanziert werden. Aus dem neuen Fonds wurde unter anderem die Minderheitsbeteiligung am deutschen Kamerahersteller Leica gekauft. Insgesamt hat Blackstone 137 Milliarden Dollar investiert - 25 Prozent mehr als Ende 2010 - und ist damit der größte börsennotierte Finanzinvestor.

2011 hatte der Investor, der 4,4 Prozent an der Deutschen Telekom hält, den deutschen Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin gekauft. Carlyle droht Blackstone allerdings den Rang abzulaufen. Der Rivale verwaltet 148 Milliarden Dollar und drängt 2012 selbst an die Börse. Dank Unternehmensverkäufen konnte Carlyle in den ersten neun Monaten 15 Milliarden Dollar an seine Investoren ausschütten. 2010 waren es acht Milliarden.

Bei Blackstone müssen sich die klassischen Investoren der verschiedenen Fonds - wie Pensionsfonds - die Gewinne seit dem Börsengang 2007 mit den Aktionären teilen. Im vierten Quartal wurde Blackstone doppelt von der Krise getroffen: Zahlreiche Beteiligungen mussten im Wert abgeschrieben werden, zugleich warfen die Unternehmen im Portfolio weniger Gewinne ab. Zum Teil machte Blackstone das aber mit den Gebühren für die Verwaltung der Fonds wett.

Der Finanzinvestor hat zuletzt massiv in neue Geschäftsfelder wie Immobilien, Kredit-Engagements und Hedge-Fonds expandiert. Der wirtschaftliche Gewinn, der Maßstab für den operativen Erfolg, sank auf 450 von 513 Millionen Dollar, traf damit aber die Erwartungen der Analysten. Im Gesamtjahr lag die Kennzahl mit 1,39 Milliarden Dollar fast auf Vorjahresniveau. „Trotz schwankender Märkte und der angeschlagenen Konjunktur hat Blackstone 2011 stark abgeschnitten“, sagte Firmenchef Stephen Schwarzman.

In Deutschland sind die guten Tage für Finanzinvestoren allerdings schon lange vorbei und daran wird sich auch in diesem Jahr wenig ändern. Die Hoffnung stirbt aber zuletzt.

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