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29.01.2013

15:24 Uhr

Finanzinvestor

DBAG macht Tempo bei Zukäufen

Die DBAG will im neuen Jahr kräftig investieren. Das Geld dafür soll auch verstärkt aus der eigenen Bilanz kommen. 900 Millionen Euro stehen dem Finanzinvestor für Beteiligungen zur Verfügung.

Die DBAG will künftig bis zu 50 Millionen Euro aus der eigenen Bilanz in Firmenkäufe stecken. ap

Die DBAG will künftig bis zu 50 Millionen Euro aus der eigenen Bilanz in Firmenkäufe stecken.

FrankfurtMit zwei neuen Fonds im Rücken will der börsennotierte Finanzinvestor DBAG 2012/13 bei Zukäufen die Schlagzahl erhöhen. "Das laufende Geschäftsjahr steht sehr stark unter dem Eindruck neuer Investitionen", kündigte der künftige DBAG-Chef Torsten Grede am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz an. "Wir verhandeln in mehreren Fällen in fortgeschrittenem Stadium über Transaktionen." Zusammen mit den eigenen Fonds, die gleichzeitig in die Beteiligungen investieren, kann die DBAG rund 900 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Künftig werde allein die AG, die aus der eigenen Bilanz in der Regel knapp ein Fünftel zu Mehrheitsübernahmen beisteuert, bis zu 50 Millionen Euro im Jahr in Firmenkäufe stecken, drei- bis viermal so viel wie bisher, sagte Grede. Acht Millionen hat sie 2012/13 bisher erst ausgegeben. Die Zahl der Beteiligungen werde steigen, nicht aber die Größe der anvisierten Unternehmen.

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Die Deutsche Beteiligungs-AG (DBAG) hatte 2012 mit 700 Millionen Euro ihren sechsten und größten Mittelstandsfonds aufgelegt, 133 Millionen davon investiert die AG selbst in den Fonds. Dazu kam 2012 ein erster Wachstumsfonds, der Minderheitsbeteiligungen an jungen, expandierenden Firmen kauft.

Grede löst Anfang April Wilken von Hodenberg ab, der 13 Jahre lang Vorstandssprecher der DBAG war. Er soll direkt in den Aufsichtsrat wechseln. Der Drogerieunternehmer Dirk Rossmann, mit mehr als 25 Prozent größter Aktionär der DBAG, und andere Anteilseigner hätten dem Wechsel ohne die übliche zweijährige "Abkühlungsphase" zugestimmt, sagte er.

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Den Streit mit einigen Familienunternehmern der größten DBAG-Beteiligung, des Schwarzwälder Holzverarbeitungsmaschinenbauers Homag, habe er nicht beilegen können. "Es ist nicht gelöst, aber wir bemühen uns, aufeinander zuzugehen", sagte von Hodenberg. Ein Ausstieg sei nicht in Sicht: "Jetzt kommt es auf ein paar Jahre auch nicht mehr an, wenn man schon 15 oder 16 Jahre drin ist."

Im Schnitt halten Finanzinvestoren ihre Beteiligungen fünf Jahre. Beim Stuttgarter Maschinenbauer Coperion war die DBAG 2007 eingestiegen, im Herbst 2012 stieg sie aus und verbuchte im Geschäftsjahr 2011/12 (zum 31. Oktober) 37,4 Millionen Euro Gewinn. Im Lauf der Jahre habe der Investor seinen Kapitaleinsatz dort vervierfacht, bilanzierte Grede.

Der außergewöhnlich hohe Ertrag aus dem Verkauf und die Beilegung eines Streits mit dem Finanzamt trieben den Jahresüberschuss auf 38,3 (Vorjahr: minus 15,9) Millionen Euro. Die Aktionäre profitieren davon mit einer um 50 Prozent auf 1,20 Euro je Aktie steigenden Dividende. Grede drosselte die Erwartungen: Im laufenden Geschäftsjahr werde der Gewinn unter dem Vorjahreswert liegen.

Von

rtr

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