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28.03.2012

09:51 Uhr

Finanzkonzern

Deutsche Bank wächst sich gesund

Getrieben von hohen Vertrauenswerten pumpen die Frankfurter ihre Bilanz immer weiter auf. So hat sich die Deutsche Bank an die europäische Spitze gekämpft. Doch es gibt Nachahmer mit großen Ambitionen.

Riesen der Finanzwelt: Die Zwillingstürme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. dpa

Riesen der Finanzwelt: Die Zwillingstürme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.

Berlin/Frankfurt/StockholmJosef Ackermann hält nicht viel vom Kürzen. Stets hat sich der Chef der Deutschen Bank dafür ausgesprochen, die Bilanzsumme seines Hauses nicht ohne Not zu weit herunterzufahren. So etwas könne mitunter schädlich sein, sagt der Schweizer. Stattdessen hat er draufgepackt. Nach aktuellen Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg betrug die Bilanzsumme der Deutschen Bank zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres 2,16 Billionen Euro; das sind rund 40 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren. Und es entspricht gut 80 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Einen großen Anteil daran hat die Übernahme der Postbank.

Damit ist die Deutsche Bank – gemessen an ihrer Bilanzsumme – mittlerweile das größte Kreditinstitut in Europa, noch vor dem französischen Finanzkonzern BNP Paribas. „Geschäfte, die sie weiter betreibt, garantieren der Deutschen Bank höhere Gewinnmargen, sollte sich die Situation an den Finanzmärkten wieder verbessern“, sagt Christian Muschick, Analyst bei Silvia Quandt Research. Das gilt umso mehr, da viele Konkurrenten ihre Bilanz deutlich herunterfahren müssen, um die von den Finanzaufsehern geforderten Eigenkapitalquoten zu erfüllen.

Die Deutsche Bank kann sich diese Bilanz leisten. Anders als bei anderen europäischen Geldhäusern ist das Vertrauen der Investoren, also der Geldgeber, in den Frankfurter Dax-Konzern groß. Und das liegt auch an der Bundesrepublik Deutschland. Die Ratingagentur Fitch begründete jüngst ihren „stabilen Ausblick“ für den Dax-Konzern mit der Bereitschaft und vor allem der Fähigkeit des Bundes, dem Finanzkonzern im Ernstfall beizustehen.

Der Druck auf die Deutsche Bank, risikoreiches Geschäft abzubauen, sei deshalb deutlich geringer als bei anderen europäischen Finanzkonzernen, sagt Muschick. Die Absicherung gegen eine mögliche Pleite der Deutschen Bank über die sogenannten Credit Default Swaps (CDS) beispielsweise ist sehr viel günstiger als bei fast allen anderen europäischen Großbanken; allein der Finanzriese HSBC kommt besser weg.

Auch die Briten haben in den vergangenen Monaten ihre Bilanz auf- statt abgebaut. Das Gleiche gilt für Standard Chartered. Standard Chartered und HSBC haben in den vergangenen Jahren vor allem ihre Geschäfte in den Schwellenländern, allen voran in Asien, kräftig ausgebaut. Inzwischen stammen rund 80 Prozent des Gewinns von Standard Chartered aus den Emerging Markets. „Eine große Bilanzsumme allein ist aber noch lange kein Gütesiegel; Investoren schauen sehr viel stärker auf Gewinnentwicklung und Profitabilitätskennziffern“, sagt Dieter Hein, Analyst bei Fairesearch.

Kommentare (2)

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Voltaire

28.03.2012, 11:02 Uhr

Die Deutsche Bank (DB) ist alles andere als gut aufgestellt. Wer sich die Bilanz im Jahresbericht 2011 anschaut (http://www.deutsche-bank.de/ir/de/content/berichte_2011.htm), wird sehr schnell erkennen, dass die DB im letzten Geschäftsjahr abgewirtschaftet hat.

Das ist schon daran erkennbar, dass die Eigenkapitalquote gegenüber dem Fremdkapital weiter abgenommen hat.

Verbindlichkeiten 2010: 1.855.262 Mio. EUR
Verbindlichkeiten 2011: 2.109.443 Mio. EUR

Dem stehen folgende "Den Deutsche-Bank-Aktionären zurechenbares Eigenkapital" gegenüber:

EK 2010: 48.815 Mio. EUR --> EK-Quote 2,63 %
EK 2011: 53.390 Mio. EUR --> EK-Quote 2,53 %

Selbst unter Berücksichtigung des "Eigenkapitals einschließlich Anteile ohne beherrschenden Einfluss" nahme die EK-Quote ab:

EK 2010: 50.368 Mio. EUR --> EK-Quote 2,71 %
EK 2011: 54.660 Mio. EUR --> EK-Quote 2,59 %

Bei der Jahreshauptversammlung wird man die Aktionäre wieder über die geschönten Zahlen der s. g. "Tier-1 Kapitalquote" bzw. "Tier-1 Kernkapitalquote" unterrichten -

DIE DEUTSCHE BANK HAT FERTIG!

ThinkCentre

28.03.2012, 11:11 Uhr

Die Ratingagentur Fitch begründete jüngst ihren „stabilen Ausblick“ für den Dax-Konzern mit der Bereitschaft und vor allem der Fähigkeit des Bundes, dem Finanzkonzern im Ernstfall beizustehen.

Da wird es dringenst Zeit, daß Mutti Merkel erklärt, ab sofort keinen Steuerzahlercent mehr für die Stützung von Kreditinstituten zu haben. Gewinne privatisieren, gezockte Verluste sozialisieren geht gar nicht.

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