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06.03.2006

13:29 Uhr

Finanzkonzern erhöht Dividende

Generali ordnet Europa-Geschäft neu

Italiens größter Versicherer Generali will seine Töchter in den deutschsprachigen Ländern für bis zu 1,8 Mrd. Euro vollständig übernehmen. Damit folgt das Unternehmen aus Triest dem Beispiel anderer großer Versicherungskonzerne in Europa.

HB/oli AACHEN. Für die deutsche Tochter AMB Generali biete der Mutterkonzern 98 Euro je Aktie, teilten die Italiener am Montag mit. Insgesamt gibt es 53,7 Millionen AMB-Aktien, von denen Generali schon knapp 71 Prozent besitzt. Das restliche Paket, das sich in Streubesitz befindet, wäre demnach über 1,5 Mrd. Euro wert. Damit würden die Italiener den Anteilseignern nur einen geringen Aufschlag bieten: Die Papiere hatten den Handel in der vergangenen Woche bei 97,28 Euro beendet. In den vergangenen drei Monaten stieg die Aktie um knapp 23 Prozent. Mitte Dezember hatten sie noch 75 Euro gekostet.

An der Börse wird aber bereits auf eine noch höhere Offerte spekuliert: Die im Nebenwerte-Index MDax notierten AMB-Aktien stiegen am Montag um fast drei Prozent auf 100 Euro. Ein Frankfurter Analyst sagte, der angebotene Preis sei im Vergleich zum Durchschnittskurs der vergangenen Monate völlig in Ordnung. Er schloss eine Aufstockung bis etwa 115 Euro aber nicht aus.

Auch andere Branchenriesen holten zuletzt ihre ausländischen Töchter zurück in den Konzern. Die französische Axa übernimmt beispielsweise ihre Kölner Tochter, die Münchener Allianz fusioniert mit der italienischen Tochter RAS und wandelt sich in eine Europa-AG. Ziel der Transaktionen ist es, die Konzernstrukturen zu vereinfachen.

AMB wird Generali zufolge zudem 45,9 Prozent der Anteile der Kölner Central Krankenversicherung für rund 300 Mill. Euro in bar kaufen. Zudem soll ein weiteres zehnprozentiges Paket an der israelischen Migdal für 118 Mill. Euro in bar von der dortigen Bank Leumi übernommen werden. Damit würde die AMB-Beteiligung künftig 70 Prozent betragen.

Neben AMB will Generali bis 2008 auch die Töchter in Österreich und der Schweiz vollständig eingliedern. Die Banktochter Banca Generali solle dagegen bis Ende 2008 an die Börse gebracht werden, teilte das Unternehmen mit. Für die Generali Schweiz bietet der Konzern 440 Franken (282 Euro) je Aktie, der Preis für die österreichische Generali Holding Vienna steht noch nicht fest. Finanziert werden sollen die Transaktionen unter anderem durch die Aufnahme von Hybrid-Kapital, also nachrangigem und besonders langfristigem Fremdkapital.

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