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05.05.2011

09:43 Uhr

Finanzkonzern

ING will Staatshilfe bis Mai 2012 zurückzahlen

VonThomas Schmitt

Der Finanzkonzern ING kann einen deutlichen Gewinnsprung ausweisen. Höhere Zinsen und bessere Margen sind zwei der Gründe für das gute Ergebnis.

Jan Hommen ist CEO des niederländischen Finanzkonzerns ING. Quelle: dapd

Jan Hommen ist CEO des niederländischen Finanzkonzerns ING.

FrankfurtDer Bank- und Versicherungskonzern ING fühlt sich wieder stark. Im ersten Quartal verdiente die Gruppe 1,4 Milliarden Euro. Das sei ein Plus von 12,3 Prozent, teilte ING mit. Sogar in der lange gebeutelten Versicherungssparte sprudeln nun wieder die Gewinne. ING werde daher die Hilfe des niederländischen Staates weiter zurückführen, obwohl die Sanierung aller Sparten den Konzern weiter belaste. Nutzen will ING dafür einbehaltene Gewinne. Wenn sich die Gruppe weiter so stark entwickele wie im ersten Quartal, soll die Staatshilfe aus der Finanzkrise bis Mai 2012 vollständig zurückgezahlt werden - und zwar zu Bedingungen, die für alle Investoren akzeptabel seien.

ING war auf dem Höhepunkt der Finanzkrise mit zehn Milliarden Euro Staatshilfe gestützt worden. Der Konzern versicherte, Vermögenswerte verkaufen zu wollen, um die Gelder schnell wieder zurückzuzahlen. Es sei weiter geplant, das Versicherungsgeschäft in zwei Gesellschaften separat an die Börse zu bringen und damit das Bank- vollständig vom Versicherungsgeschäft zu trennen. Das war eine der Auflagen für die Staatshilfe. Die EU-Kommission verlangt außerdem noch eine Entflechtung der Bankaktivitäten, die noch nicht umgesetzt ist.

In der kommenden Woche, am 13. Mai, will ING Wertpapiere im Volumen von zwei Milliarden Euro vom niederländischen Staat zurückkaufen. Dies verursache einschließlich der zu zahlenden Rückkaufprämie Kosten von drei Milliarden Euro. Insgesamt hätte ING damit bereits neun Milliarden Euro aufgebracht. Papiere im Wert von drei Milliarden Euro liegen damit noch beim Staat. Gemessen an den aktuellen Rückzahlbedingungen müsste ING nach eigener Schätzung also bis nächstes Jahr weitere 4,5 Milliarden Euro aufbringen, um die Staatshilfe vollständig zurückzuzahlen.

Im ersten Quartal steigerte die Banksparte ihren Gewinn vor Steuern um ein Drittel auf 1,7 Milliarden Euro. Die Versicherungssparte vervierfachte ihr Betriebsergebnis nahezu auf 461 Millionen Euro.

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