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12.09.2013

19:42 Uhr

Finanzkreise

HRE-Problemtochter Depfa droht Abwicklung

Die HRE ist auf der Suche nach einem Käufer für die Problemtochter Depfa. Doch das ist alles andere als ein Selbstläufer. Verkauft die HRE die Depfa nicht, droht dem Staatsfinanzierer die Abwicklung.

Ein unheimliches Bündnis aus der Zeit vor der Finanzkrise: Hypo Real Estate und die Depfa. dpa

Ein unheimliches Bündnis aus der Zeit vor der Finanzkrise: Hypo Real Estate und die Depfa.

FrankfurtDer deutsch-irische Staatsfinanzierer Depfa Bank zieht Bankenkreisen zufolge vor allem das Interesse von Finanzinvestoren und Hedgefonds auf sich. Zu den möglichen Bietern, die bis zum Donnerstag offiziell ihr Interesse an der Tochter der verstaatlichten Hypo Real Estate (HRE) bekundeten, gehörten die Beteiligungsgesellschaften Lone Star, Apollo, J.C. Flowers, Cerberus, KKR und Blackstone, sagten Banker der Nachrichtenagentur Reuters. Auch eine Gruppe von Hedgefonds um Third Point, die Anfang 2012 schon einmal auf Hypo Real Estate zugegangen waren, sei weiter interessiert. Im Umfeld des Verkäufers hieß es, das Interesse an der Depfa sei zufriedenstellend.

Die potenziellen Bewerber um die Depfa bekommen nun Zugang zu weitergehenden Informationen, auf deren Basis in einigen Wochen erste Angebote fällig werden. Die Hypo Real Estate muss die Depfa auf Geheiß der EU-Kommission bis Ende 2014 verkaufen, sonst droht dem Staatsfinanzierer die Abwicklung. Die deutsche pbb Pfandbriefbank muss bis 2015 privatisiert werden, nachdem die HRE vom Staat in der Finanzkrise aufgefangen worden war. Mit einem Abschluss des Prozesses wird frühestens Anfang 2014 gerechnet.

Der Verkauf wird von der US-Investmentbank Citigroup organisiert. Weder Citi noch die Hypo Real Estate oder einer der möglichen Bieter wollten sich am Donnerstag zum Prozess äußern. Nach Ansicht von Bankern wird der Verkauf der Depfa trotz des anfänglichen Interesses kein Selbstläufer. Für Finanzinvestoren ist es relativ teuer, eine Bank zu refinanzieren, womit sich ihre Renditehoffnungen nur schwer erfüllen lassen. „Es ist gut möglich, dass Depfa so endet wie die österreichische Kommunalkredit“, sagte ein Banker. Diese war unter ähnlichen Vorzeichen wie Depfa zum Verkauf gestellt worden. Als die Hoffnung auf den letzten verbliebenen Bieter – Apollo – zerstob, fiel der Beschluss zur Abwicklung.

Die Depfa, die die Krise der HRE maßgeblich ausgelöst hatte, ist im Moment eine stillgelegte Plattform. Die in Dublin ansässige Bank darf schon seit 2009 kein Neugeschäft mehr schreiben. Trotzdem sitzt sie noch auf einer Bilanzsumme von 73 Milliarden Euro, davon 51 Milliarden Euro im Kerngeschäft. Im ersten Halbjahr 2013 schrieb sie drei Millionen Euro Gewinn vor Steuern. Mit einer harten Basel-II-Kernkapitalquote von 20 Prozent gilt sie als gut kapitalisiert. Die Citi bezifferte die Stillen Reserven auf 1,5 Milliarden Euro. Andererseits bestehen acht Prozent ihres Portfolios aus spanischen und fünf Prozent aus italienischen Staatsanleihen. Mit einer irischen und einer Luxemburger Lizenz kann sie gedeckte Anleihen begeben, hat aber keine deutsche Pfandbrief-Lizenz.

Von

rtr

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