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20.06.2013

16:41 Uhr

Finanzlücke

Britische Banken müssen 13 Milliarden auftreiben

Rund 66 Milliarden Pfund pumpte die britische Regierung in der Krise in das Bankensystem des Landes, doch noch immer fehlt den Geldinstituten eine Menge Geld. Allein die RBS braucht 13 Milliarden Pfund.

Das Logo der RBS an einer Londoner Filiale: Der Bank fehlen mehr als 13 Milliarden Pfund in der Bilanz. AFP

Das Logo der RBS an einer Londoner Filiale: Der Bank fehlen mehr als 13 Milliarden Pfund in der Bilanz.

LondonIn den Bilanzen der britischen Banken klaffen noch immer riesige Löcher. Die Aufsichtsbehörde des Landes bezifferte die Finanzlücke für fünf Institute am Donnerstag auf zuletzt 27 Milliarden Pfund. Die Royal Bank of Scotland, Lloyds, Barclays, die Co-operative Bank sowie Nationwide haben bereits Pläne vorgelegt, um 13,7 Milliarden Pfund davon aufzutreiben – die übrigen 13 Milliarden sollen nun Verkäufe und Umstrukturierungen erbringen. Banker beschweren sich bereits hinter vorgehaltener Hand darüber, dass die Straffung der Zügel die Kreditvergabe einschränken und damit die Erholung der krisengeplagten Wirtschaft weiter verzögern wird.

Die bei der Notenbank angesiedelte neue Finanzaufsicht Prudential Regulation Authority (PRA) soll als Lehre aus der Finanzkrise die von der Branche ausgehenden Gefahren entschärfen. Trotz der radikalen Umbauprogramme übersteigen die Bilanzen der größten Institute die Wirtschaftsleistung des gesamten Landes jedoch noch immer um das Fünffache. Die Bank of England fürchtet deshalb, dass die Geldhäuser weiterhin „too big to fail“ sind und damit im Falle einer Pleite der britischen Wirtschaft unkalkulierbaren Schaden zufügen würden.

In der Finanzkrise pumpte die britische Regierung 66 Milliarden Pfund - umgerechnet 78 Milliarden Euro - in die Institute, um ihren Kollaps zu verhindern. Diese gigantische Finanzspritze lastet noch heute schwer auf der Wirtschaft und dem Staatshaushalt.

Kapitalquoten großer Banken (1. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Svenska Handelsbanken

17,5 Prozent

Standard Chartered

10,7 Prozent

UBS

10,1 Prozent

HSBC

9,8 Prozent

Deutsche Bank

Nach der Kapitalerhöhung im April 2013: 9,5 Prozent

Santander

9,2 Prozent (Ziel für Ende 2013)

JP Morgan

8,9 Prozent

Credit Suisse

8,6 Prozent („Look-through“ Kapitalquote)

Commerzbank

Ende des 1. Quartals 2013: 7,5 Prozent

Nach der Kapitalerhöhung: 8,6 Prozent

Lloyds

8,1 Prozent

Royal Bank of Scotland

7,7 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Mit Abstand das größte Loch klafft mit 13,6 Milliarden Pfund in der Bilanz der damals größtenteils verstaatlichten RBS. Dies unterstreicht die Herausforderung für die Regierung, die ihren Anteil von 81 Prozent gerne verkaufen würde. Deshalb räumte Finanzminister George Osborne am Mittwoch ein, dass ein Verkauf noch viel Zeit in Anspruch nehmen wird und eine Aufspaltung des Instituts in einen marktfähigen Teil sowie eine sogenannte Bad Bank geprüft wird.

Die ebenfalls staatlich gestützte Lloyds Bank kommt demnach auf eine Lücke von 8,6 Milliarden Pfund, Barclays auf drei Milliarden, Co-op auf 1,5 Milliarden und Nationwide auf 400 Millionen. Die Bankenaufsicht beharrt darauf, dass die Institute bis Dezember auf eine harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) von mindestens sieben Prozent der Bilanzrisiken kommen.

Die Banken sollen außerdem strengere globale Richtlinien schon lange vor der internationalen Einführungsfrist 2019 einhalten. Die Bank of England verdonnerte die Geldhäuser deshalb mit sofortiger Wirkung dazu, mindestens drei Prozent ihrer gesamten Kreditvergabe als Kapital vorzuhalten - und zwar unabhängig von der Qualität der Kredite. Viele Banker kritisieren, dass diese Vorgabe de facto hochvolumige Geschäfte mit relativ geringem Risiko wie etwa Hypotheken bestraft.

Von

rtr

Kommentare (2)

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f2620408

20.06.2013, 18:15 Uhr

Bei einem Darmverschluss noch drücken....gute idee! :-)

General-Investigation

20.06.2013, 18:38 Uhr

13 Milliarden...die sollen doch mal Frau Merkel fragen, irgendwo liegen bestimmt noch diese paar Milliarden rum.

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