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25.09.2011

15:48 Uhr

Finanzmärkte

Genossenschaftsbanken befürchten Lehman II

Die Genossenschaftsbanken werten die Situation an den Finanzmärkten ähnlich problematisch wie vor drei Jahren. Die Angst sei ähnlich groß wie bei der Lehman-Pleite, sagte Gerhard Hofmann vom Bankenverband BVR.

Dunkle Wolken über Frankfurt: die Banken fürchten eine neue Krise. dpa

Dunkle Wolken über Frankfurt: die Banken fürchten eine neue Krise.

WashingtonDie aktuelle Situation an den Märkten ist nach Ansicht des genossenschaftlichen Bankenverbands BVR mit der Krisenstimmung nach dem Kollaps des US-Instituts Lehman Brothers vor drei Jahren vergleichbar. „Die Angst der Investoren vor einem Ereignis vergleichbar mit der Lehman-Pleite ist im Moment besonders hoch“, sagte BVR-Vorstand Gerhard Hofmann in Washington. „Damit sind die systemischen Risiken ähnlich einzuschätzen wie im Herbst 2008.“ Damals verschärfte sich die Finanzkrise dramatisch, weil sich die Banken untereinander kein Geld mehr geliehen haben. Einige Häuser, wie die Münchener Hypo Real Estate mussten verstaatlicht werden.

Auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte neulich Parallelen zum Herbst 2008 gezogen. Denn auch heute gibt es wieder ein gewisses Misstrauen innerhalb des Bankensektors, was die Refinanzierung erschwert.

Hofmann sieht nun vor allem die Politik am Zug, um die Unsicherheit zu beenden. „Das Kernproblem und Hauptursache erhöhter systemischer Risiken ist die Staatsschuldenkrise und nicht die Kapitalausstattung der Banken“, sagte der frühere Bundesbanker. „Wenn die Staatsschuldensituation entschärft würde, stellte sich die Eigenkapitallage der Banken anders dar.“ Die Investoren forderten jetzt entschlossene Entscheidungen der Politik, die einen Weg zur Besserung aufzeigten. „Sie brauchen Belege, dass die Schulden mittelfristig in einem nachhaltigen Rahmen bleiben.

Ein möglicher Weg wäre, auf nationaler Ebene Schuldengrenzen einzuführen, die Verfassungsrang haben, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen“, schlug das Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Volk- und Raiffeisenbanken vor.

Im Zentrum der gegenwärtigen Unruhe an den Märkten steht die Furcht vor einem Zahlungsausfall Griechenlands. „Die Politik lässt eine Pleite Griechenlands aber derzeit zu Recht nicht zu“, sagt Hofmann. „Die Sorge der Investoren bezieht sich vor allem auf mögliche Ansteckungsgefahren.“ Diese wären nach seiner Ansicht geringer, wenn das hoch verschuldete Mittelmeerland nach einem Zahlungsausfall in der Euro-Zone bliebe, womit derzeit europaweit gerechnet wird. Hofmann begründet das unter anderem mit gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen eines Austritts - insbesondere auch für die deutsche Exportindustrie.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

25.09.2011, 16:23 Uhr

"Ein möglicher Weg wäre, auf nationaler Ebene Schuldengrenzen einzuführen, die Verfassungsrang haben, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen“"

Das allein reicht aber nicht mehr. Ohne Umverteilung von oben noch unten, sei es durch eine Vermögensabgabe oder einen Schuldenschnitt, ist die Krise nicht mehr einzudämmen, da nur dort, wo real etwas zu hohlen ist, die Ungleichgewichte abgebaut werden können. Neue Finanztricksereien in Form ungedeckter Kredite überzeugen keinen mehr, der alle Sinne beisammen hat.

Mischael

25.09.2011, 17:14 Uhr

Also ich halte nichts von einem Schuldenschnitt, jeder der Schulden hat soll diese gefälligst auch zurückzahlen (gilt für den Staat genauso wie für Privatpersonen), und wenn dies Jahrzehnte dauert! Wer Schulden aufbauen kann, kann auch Schulden abbauen!!!

PikAs

25.09.2011, 17:17 Uhr

Auch mal hier mitlesen:

http://www.zerohedge.com/news/germany-demands-managed-greek-default-and-50-b

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