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30.01.2014

12:52 Uhr

Finanzmarkt-Skandale

Deutsche Bank entlässt Devisenhändler

Weil er unredlich mit Referenzkursen für Devisen verfahren sein soll, muss ein hochrangiger Mitarbeiter der Deutschen Bank wohl gehen. Nach Skandalen um Euribor und Libor sind Devisen ins Visier der Aufseher geraten.

Die Deutsche Bank hat mit Manipulationsskandalen zu kämpfen. dpa

Die Deutsche Bank hat mit Manipulationsskandalen zu kämpfen.

New York/ FrankfurtDie Deutsche Bank hat wegen des Skandals um die Manipulation von Devisenkursen Finanzkreisen zufolge einen hochrangigen Händler suspendiert. Diego Moraiz, der bei der Deutschen Bank in New York den Handel mit Währungen aus Schwellenländern leitet, sei bereits am 18. Dezember freigestellt worden, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Moraiz sei ins Visier geraten, nachdem eine Prüfungsgesellschaft Aussagen in Chatrooms und Emails der vergangenen sieben Jahren durchleuchtet habe. Nach ähnlichen Skandalen im Zins- und Rohstoff-Geschäft nehmen sich Aufseher weltweit auch den Devisenhandel vor: Händlern mehrerer international tätiger Banken wird vorgeworfen, bei der Ermittlung von Referenzkursen getrickst zu haben.

Moraiz, der aus Argentinien stammt und seit 2004 für Deutschlands größtes Geldhaus arbeitet, sei besonders im Handel mit mexikanischen Pesos aktiv gewesen, sagte der Insider. Was genau ihm vorgeworfen wird, blieb zunächst unklar. Reuters hatte bereits Mitte Januar erfahren, dass die Deutsche Bank mehrere Händler in New York und womöglich auch anderswo auf dem amerikanischen Kontinent vom Dienst suspendiert hat. Sie stehen Finanzkreisen zufolge im Verdacht, an Devisen-Referenzkursen gedreht zu haben.

Die Deutsche Bank, die zu den größten Devisenhandelshäusern der Welt gehört, wollte sich zum Fall nicht äußern. Moraiz reagierte auf mehrere Anrufe nicht. Die Deutsche Bank hat bestätigt, dass sie Anfragen von Aufsichtsbehörden erhalten hat, die den Devisenhandel unter die Lupe nehmen. Die Ermittlungen, von denen auch andere Geldhäuser betroffen sind, befinden sich aber noch in einem frühen Stadium. Bisher sehe die Deutsche Bank keine Veranlassung, Rückstellungen für etwaige Bußgelder oder Vergleichszahlungen zu bilden, hatte das Institut am Mittwoch auf seiner Bilanzpressekonferenz erklärt.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

Die Deutsche Bank ist nicht die erste, deren Händler unter Verdacht geraten sind. Institute wie Barclays, RBS und Citigroup haben bereits Mitarbeiter suspendiert. Die weltumspannende Untersuchung möglicher Manipulationen der Referenzkurse verschiedener Währungen läuft schon seit dem Frühjahr.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

30.01.2014, 14:47 Uhr

Leider nur ein Bauernopfer, ein Neuanfang kann nur ohne Jain erfolgen; er hält es nicht einmal für nötig in deutscher Sprache zu kommunizieren (weil er es nicht richtig kann und auch nicht hinzulernen will). Genauso verhält es sich mit der Neuausrichtung, Jain will eigentlich gar nichts ändern und möchte weiter zocken, muß er aber gute Miene machen, da er ein Getriebener ist

Wrdlbrmft

30.01.2014, 14:52 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

histotikus

30.01.2014, 15:07 Uhr

Ihr Statement trifft die Sache im Kern!

Vielleicht hatte ****** doch recht mit seiner Einschätzung über die weltweite Finanzmafia, die uns abhängige Bürger um das mühsam erarbeitete - vergleichsweise sehr kleine - Vermögen zur Altersabsicherung bringt...

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