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07.04.2014

12:30 Uhr

Finanzmarktaufsicht

Staat New York nimmt Credit Suisse ins Visier

Im Steuerstreit mit den USA steht die Schweizer Großbank Credit Suisse weiter im Fokus. Einem Insider zufolge ermittelt jetzt auch der Staat New York wegen Steuerhinterziehung gegen das Institut.

Das amerikanische Justizministerium ermittelt seit 2011 gegen Credit Suisse wie gegen rund ein Dutzend weitere Banken wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung. dpa

Das amerikanische Justizministerium ermittelt seit 2011 gegen Credit Suisse wie gegen rund ein Dutzend weitere Banken wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung.

New York/ZürichIm Steuerstreit mit den USA hat nach dem US-Justizministerium auch der US-Bundesstaat New York die Schweizer Großbank Credit Suisse ins Visier genommen. Die New Yorker Finanzmarktaufsicht geht einem Insider zufolge der Frage nach, ob die Bank im Zusammenhang mit für Steuerhinterziehung geschaffene Scheinfirmen falsche Angaben gemacht hat. Die Behörde habe von der Bank entsprechende Dokumente angefordert, erklärte eine mit der Sache vertraute Person. Credit Suisse wollte zu der Angelegenheit am Montag keine Stellung nehmen.

Das amerikanische Justizministerium ermittelt seit 2011 gegen Credit Suisse wie gegen rund ein Dutzend weitere Banken wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung. In der vergangenen Woche teilte die Bank in ihrem Geschäftsbericht mit, sie habe die Rückstellungen für eine mögliche Strafe im Rahmen eines Vergleichsverfahrens um 425 Millionen auf 895 Millionen Franken (730 Millionen Euro) erhöht.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Daraus zogen Analysten den Schluss, dass die Bank in den Verhandlungen mit dem Justizministerium einen wichtigen Schritt weitergekommen ist. Ein solcher Vergleich würde wie schon beim Rivalen UBS darauf hinauslaufen, dass die Amerikaner im Gegenzug für eine saftige Geldstrafe auf eine Strafverfolgung der Bank verzichten. In diesem Zusammenhang strebe das Ministerium allerdings an, dass sich eine Tochtergesellschaft der Credit Suisse schuldig bekenne, berichtete die "New York Times" am Sonntag.

UBS hatte vor einigen Jahren 780 Millionen Dollar (640 Millionen Franken) Strafe gezahlt. Die jüngsten Marktspekulationen gingen nach Angaben von Analysten im Fall von Credit Suisse von einem Betrag zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Franken aus.

Von

rtr

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