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10.12.2015

11:27 Uhr

Finanzmetropole London

Banker-Stellen werden knapp

Wer als Banker oder Analyst in London arbeiten möchte, muss lange einen Job suchen. Die Zahl der offenen Stellen ist im Vorjahresvergleich um ein Drittel gesunken. Die wirtschaftliche Lage verunsichert die Arbeitgeber.

Die Zahl der freien Stellen für Finanzfachleute ist stark gesunken. Reuters

Finanzmetropole London

Die Zahl der freien Stellen für Finanzfachleute ist stark gesunken.

LondonAuch Banker, Analysten und Anlageberater können es bei der Jobsuche schwer haben – selbst in der für ihren blühenden Finanzsektor bekannten Metropole London. Die Stellenangebote in der Finanzdienstleistungsbranche der britischen Hauptstadt sind im November um rund ein Drittel gegenüber dem Vormonat gesunken. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Personalberatung Morgan McKinley hervor. Die Unternehmen haben demnach ihre Einstellungspläne aufgrund einer breiteren wirtschaftlichen Unsicherheit zurückgestutzt.

Die Zahl der Job-Vakanzen ging um 32 Prozent auf 6405 im November zurück und lag im Vergleich zum Vorjahresmonat um dreizehn Prozent niedriger. Auch die Zahl der Jobsucher ging nach Angaben von Morgan McKinley zurück, und zwar gegenüber Oktober um 27 Prozent auf 10.492 Personen.

Stellenabbau-Pläne europäischer Großbanken

Barclays

Derzeit: 132.300 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 19.000 Stellen bis 2016

Bei Barclays waren zunächst 30.000 Stellen im Gespräch, die wurden jedoch nicht bestätigt. Der Plan sieht vor 19.000 Stellen bis 2016 zu streichen.

Credit Suisse

Derzeit: 140.000 Stellen

Abgebaut werden: 19.000 Stellen

Deutsche Bank

Derzeit: 103.000 (nach geplanter Festeinstellung externer Kräften)

Abgebaut werden: 26.000 Stellen (ein Großteil durch Verkauf der Postbank)

HSBC

Derzeit: 259.834 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 50.000 Stellen bis 2017

Standard Chartered

Derzeit: 84.000 Mitarbeiter

abgebaut werden: 15.000 Stellen

Unicredit

Derzeit: 146.600 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 18.200 Stellen, 6.000 davon durch die Abspaltung der Fondsgesellschaft Pioneer und den Verkauf der Ukraine-Tochter

Grund für die zurückgehenden Vakanzen ist die Unsicherheit der Arbeitgeber. „Makroökonomische Faktoren beeinflussen weiterhin die Entscheidungsfindung im Banken- und Finanzmarkt”, erklärte Hakan Enver, Operations Director bei Morgan McKinley Financial Services, in einer Mitteilung. Das Risiko einer „wirtschaftlichen Instabilität als Folge der jüngsten Terroranschläge, der Finanzkrise in China und der Gefahr, dass Großbritannien die Europäische Union verlässt”, führten zu Zurückhaltung bei den Einstellungsplänen, sagte er.

Weltweit tätige Investmentbanken wie Credit Suisse Group, Deutsche Bank und Morgan Stanley sind alle dabei, in London und anderen regionalen Zentren Stellen zu streichen, da sie ihre Kapitalpuffer stärken müssen, um besser vor Verlusten geschützt zu sein. Zudem sind die Erträge im Handel unter Druck, belastet von sinkenden Rohstoffpreisen, dem Kurseinbruch an den Aktienbörsen weltweit, der Aussicht auf steigende Finanzierungskosten und der Wachstumsabschwächung in China, was Investoren weniger Anlagewerte handeln lässt.

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Die Finanzdienstleistungsfirmen in Großbritannien hätten zudem Besorgnis geäußert, dass Beschränkungen bei Arbeitsvisa für Angehörige von Nicht-EU-Staaten negative Auswirkungen haben werden, teilte Morgan McKinley mit.

„Es besteht eine kontinuierliche Nachfrage nach internationalen Talenten, die oftmals nicht aus Großbritannien gedeckt werden kann”, sagte Envers. „Die diskutierten Visa- Beschränkungen sind eine reale Bedrohung für die Wettbewerbsfähigkeit Großbritanniens.”

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