Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.07.2016

17:11 Uhr

Finanzminister Wolfgang Schäuble

„Italien muss EU-Bankenregeln anwenden“

Acht Jahre nach der Finanzkrise holt Europa die Debatte um die Kapitalkraft seiner Banken wieder ein. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem und Finanzminister Wolfgang Schäuble pochen auf die Einhaltung der EU-Regeln.

Der deutsche Finanzminster Wolfgang Schäuble drängt darauf, dass bei möglichen Hilfen für Italiens Banken bestehende EU-Regeln angewendet werden. Reuters

Wolfgang Schäuble

Der deutsche Finanzminster Wolfgang Schäuble drängt darauf, dass bei möglichen Hilfen für Italiens Banken bestehende EU-Regeln angewendet werden.

BrüsselEurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble pochen bei möglichen Hilfen für Italiens Banken auf der Anwendung der bestehenden EU-Regeln. Es gebe für alle möglichen Fälle Lösungsansätze in der Richtlinie zur Bankenabwicklung (BRRD), sagte Schäuble am Montag vor Beratungen der Eurogruppe in Brüssel. „Nur - an die muss man sich halten, sonst brauchen wir uns keine Regeln zu geben.“

Zunächst müssten aber die Ergebnisse des Stresstests der EU-Bankenaufsicht abgewartet werden, die in der zweiten Julihälfte vorliegen sollten. „Bevor wir die Ergebnisse haben, verbieten sich Spekulationen,“ sagte der CDU-Politiker. Er rechne nicht damit, dass Italien schon an diesem Montag einen Antrag auf Ausnahmen bei der Anwendung der EU-Bankenregeln stellen werde.

Dijsselbloem verwies darauf, dass die EU-Kommission und die EU-Bankenaufsicht EBA mit der italienischen Regierung Lösungen bei der Anwendung der EU-Richtlinie finden müssten. Die Probleme von Italiens Geldhäusern mit faulen Krediten seien nicht neu. Es werde dafür nicht eine große Lösung geben. Das Thema stelle indes keine akute Krise dar.

Renzi plant Bankenhilfen

Hilfszahlungen für italienische Banken?

Renzi plant Bankenhilfen: Hilfszahlungen für italienische Banken?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Italiens Geldhäuser haben wegen der Wirtschaftsflaute der vergangenen Jahre einen Berg an faulen Krediten von rund 360 Milliarden Euro aufgehäuft. Bankaktien des Landes waren zuletzt an der Börse schwer unter Druck geraten, was durch die Nervosität nach dem Brexit-Votum noch verstärkt wurde. Italiens Notenbank hat deshalb Staatshilfen gefordert. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank brachte ein 150 Milliarden Euro schweres EU-Programm zur Bankenrettung ins Spiel.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×