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18.01.2017

12:26 Uhr

Finanzplatz London

HSBC zieht es nach Paris

Der Brexit und die Bankenflucht: Mit der HSBC verkündet das größte Geldhaus Europas seinen Teilabschied aus London. Es geht nach Paris, Frankfurt erhält eine Absage. Andere Geldhäuser wie die UBS sind noch am Planen.

Die ersten großen Finanzfirmen machen Ernst in Sachen Umzug. AFP; Files; Francois Guillot

Blick auf das Londoner Geschäftsviertel

Die ersten großen Finanzfirmen machen Ernst in Sachen Umzug.

Ein Rückschlag für das deutsche Finanzzentrum Frankfurt: Europas größte Bank HSBC will nach einem EU-Abschied Großbritanniens einen Teil ihrer Aktivitäten nach Paris verlagern. Damit verkündet einer der ersten großen Londoner City-Akteure konkrete Abschiedspläne. Andere Geldhäuser wie die Schweizer UBS sind noch in den Planungen, die durch den Brexit-Entscheid ausgelöst wurden.

Etwa 20 Prozent der HSBC-Handelsumsätze würden nach dem Brexit in die französische Hauptstadt gehen, kündigte Konzernchef Stuart Gulliver am Mittwoch am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos an. „Wir gehen nicht dieses Jahr und vielleicht auch nicht nächstes Jahr“, sagte Gulliver. „Wir gehen in etwa zwei Jahren, wenn der Brexit wirksam ist.“ HSBC habe alle notwendigen Lizenzen für solch einen Schritt. Nach dem Brexit-Entscheid im Juni 2016 hatte die Bank von etwa 1000 Jobs gesprochen, die aus London abwandern könnten.

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Wie Paris, Dublin und Luxemburg hofft auch Frankfurt auf einen Zuwachs an Arbeitsplätzen durch den Brexit. Mit dem „harten Brexit“, wie ihn Premierministerin Theresa May angekündigt hatte, verlören die britischen Banken auf jeden Fall den sogenannten EU-Pass, mit dem sie ihre Produkte auch in der Union verkaufen können, sagte der Präsident des Bankenverbandes BdB, Hans-Walter Peters. „Dies wird zu Anpassungen bei den Geschäftstätigkeiten der Institute führen und mit Verlagerungen an andere Finanzstandorte einhergehen.“

Die UBS erhofft sich bis zum Jahresende mehr Klarheit über die Zukunft ihrer Aktivitäten in London. Noch sei es viel zu früh, angesichts des Brexits einen möglichen Abzug von Stellen aus der britischen Bankenmetropole zu planen, sagte UBS-Chef Sergio Ermotti am Mittwoch zu Bloomberg am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Doch bis zum Ende des Jahres könnte hier Licht ins Dunkel kommen. Die UBS beschäftigt in London etwa 5000 Leute.

Im laufenden Jahr erwartet die Schweizer Großbank ein gutes Geschäftsumfeld in den USA. Auch für Asien sei er zuversichtlich, sagte Ermotti. Dort sei das Wachstum aber geringer als in den vergangenen Jahren.

Von

rtr

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