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19.04.2017

16:34 Uhr

Finanzregulierung

Bundesbank und EZB warnen vor Deregulierung

Die weltweite Bankenregulierung sollte nach Meinung der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank beibehalten werden. Ein Aufweichen wäre ein großer Fehler, der die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems gefährde.

Die Vizepräsidentin der Bundesbank spricht sich für ein Beibehalten der Finanzregulierung aus. Reuters

Claudia Buch

Die Vizepräsidentin der Bundesbank spricht sich für ein Beibehalten der Finanzregulierung aus.

FrankfurtDie Bundesbank und die EZB warnen kurz vor dem G20-Treffen vor einem Zurückdrehen der weltweiten Finanzregulierung. Sie aufzuweichen oder gar einen Deregulierungswettlauf zu beginnen, wäre ein großer Fehler, sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch am Mittwoch. „Dies würde zulasten der Widerstandsfähigkeit des globalen Finanzsystems gehen.“

EZB-Direktor Benoit Coeure zufolge würde dadurch Misstrauen geweckt und eine Zersplitterung in der Finanzwirtschaft wäre die Folge. Es drohe ein Wettlauf um die geringste Regulierung, sagte das EZB-Führungsmitglied in New York. „Es steht zu viel auf dem Spiel, um zu erlauben, dass eine solche Kurzsichtigkeit Erfolg hat.“

Die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer kommen am Donnerstag in Washington zusammen. US-Präsident Donald Trump hatte mit seinen Bestrebungen, die im Zuge der Finanzkrise verschärften Regeln für die heimischen Banken wieder zu lockern, Befürchtungen ausgelöst, die USA könnten das Interesse an einer international abgestimmten Regulierung verlieren.

Die Verhandlungen über die Reformen des globalen „Basel III“-Regelwerks für Geldhäuser ziehen sich schon seit längerem hin. Der wichtigste Streitpunkt war zuletzt die Frage, wie weit die Institute die Risiken in ihren Bilanzen abweichend von Standard-Regeln herunterrechnen dürfen, um Kapital zu sparen.

Die „Basel III“-Reformen sollten eigentlich spätestens im Januar beschlossen werden. Nach dem Regierungswechsel in den USA waren aber zuletzt dort noch wichtige Posten für die Verhandlungen unbesetzt.

Von

rtr

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