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19.02.2017

11:53 Uhr

Finanzregulierung

Planspiele für die Aufsicht

Die EU-Kommission denkt darüber nach, die Banken- und Versicherungsaufsicht zusammenzufassen. Der Verband der deutschen privaten Banken BdB würde eine Fusion von EBA und Eiopa begrüßen.

Die Brexit-Pläne werden wohl auch die europäische Finanzaufsicht betreffen: Im Ostlondoner Bankenviertel sitzt die European Banking Authoritiy (EBA), der Regulierer für die Banken in der EU. dpa

Skyline des Londoner Büro- und Bankenviertels Canary Wharf

Die Brexit-Pläne werden wohl auch die europäische Finanzaufsicht betreffen: Im Ostlondoner Bankenviertel sitzt die European Banking Authoritiy (EBA), der Regulierer für die Banken in der EU.

FrankfurtDie Brexit-Pläne der Briten könnten nicht nur für das Finanzzentrum der Londoner City einen tiefgreifenden Umbruch bedeuten, sondern auch für die europäische Finanzaufsicht. Mitten im Ostlondoner Bankenviertel Canary Wharf sitzt die European Banking Authoritiy (EBA), der Regulierer für die Banken in der EU.

Nach dem Ausstieg der Briten müsste sich die EBA wohl ein neues Zuhause innerhalb der Union suchen. Das nimmt die EU-Kommission zum Anlass, um über eine Neuordnung der Finanzaufsicht nachzudenken.

Dabei werde auch eine Zusammenlegung der EBA mit der Versicherungsaufsicht Eiopa in Frankfurt diskutiert, heißt es in Finanzkreisen. Die „Börsen-Zeitung“ hatte zuerst über diese Überlegungen berichtet. Allerdings stünden die Planspiele über den Umzug der EBA und damit auch um eine mögliche Neugestaltung der EU-Regulierer noch ganz am Anfang, ist aus Aufsichtskreisen zu hören. „Es ist noch alles offen. Der Inhalt der Revision der Aufsichtsbehörden wird noch diskutiert“, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission.

Als weitere Option werde auch diskutiert, die EBA mit der Bankenaufsicht bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt zusammenzulegen, sagten EU-Diplomaten. Allerdings räumen Finanzkreise dieser Lösung nur geringe Chancen ein.

Die EU-Kommission wolle die Neuordnung der Aufsichtsbehörden in ihrem Weißbuch zur Reform der EU bereits in allgemeiner Form ansprechen. Das Weißbuch wird für den 8. März erwartet. Die Entscheidung über den künftigen Standort der EBA gilt als politisch hochsensibel und kann daher nur von den Regierungschefs getroffen werden. Die Kommission kann lediglich einen Vorschlag dazu machen.

Der Verband der deutschen privaten Banken BdB würde eine Fusion von EBA und Eiopa begrüßen. „Das kann man sich gut vorstellen, und ein Zusammenschluss in Frankfurt wäre positiv für den Finanzplatz“, meint BdB-Chef Kemmer. Bei der deutschen Finanzaufsicht Bafin sind Banken- und Versicherungskontrolle bereits unter einem Dach zusammengefasst.

 

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