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12.08.2017

16:40 Uhr

Finanzsektor in den USA

Boni-Boom an der Wall Street

VonFrank Wiebe

Gute Nachrichten für Banker: Analysten erwarten für die Zukunft wieder höhere Boni. In den einzelnen Teilbranchen offenbaren sich jedoch deutliche Unterschiede. Ein Blick auf Private Equity lohnt sich besonders.

Experten erwarten „einen breiten Anstieg der Anreizvergütungen quer durch die Finanzbranche“. AFP; Files; Francois Guillot

Banker vor Goldman Sachs in New York

Experten erwarten „einen breiten Anstieg der Anreizvergütungen quer durch die Finanzbranche“.

New YorkEs geht wieder aufwärts für Bankangestellte – zumindest finanziell. Die Experten der amerikanischen Beratungsfirma Johnson Associates erwarten flächendeckend „einen breiten Anstieg der Anreizvergütungen quer durch die Finanzbranche“. Große Geldhäuser im Investmentbanking wie im kommerziellen Bankgeschäft hätten im zweiten Quartal in den meisten Geschäftsbereichen Verbesserungen gesehen, schreiben die Analysten als Begründung.

Bis auf die eher enttäuschenden Zahlen bei Goldman Sachs trifft diese Einschätzung in den USA zweifellos zu. Als entscheidend für die weitere Entwicklung gilt jetzt, wie aktiv an den Märkten gehandelt wird und wie weit die Zinsen steigen. Politik und Finanzaufsicht verbreiten allerdings nach wie vor Unsicherheit in der Branche, heißt es bei Johnson Associates.

Beim Blick auf einzelne Teilbranchen erwarten die Experten bei den Boni der Vermögensverwalter einen Anstieg in der Spanne von null bis fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sie sehen, dass netto Kundengeld in die Branche fließt, zugleich stehen die Gebühren aber unter Druck.

Eine ähnliche Entwicklung mit allenfalls leichtem Anstieg erwarten die Analysten für Hedgefonds. Auch dort sind die Kunden immer weniger bereit, hohe Gebühren zu bezahlen. Bei Beteiligungsgesellschaften (Private Equity) sei dagegen ein deutlicher Anstieg der Boni zu erkennen, die geschätzte Spanne liegt zwischen fünf und 15 Prozent.

Diese Branche bekommt zurzeit eine Menge Geld von ihren Kunden. Auf der anderen Seite fällt es ihr aber immer schwerer, geeignete, nicht überteuerte Firmen zu finden, in die sie investieren können. Denn mit der Hausse auf dem Aktienmarkt sind die Bewertungen aller Unternehmen angestiegen. Etwas niedriger, bei fünf bis zehn Prozent, wird nach Schätzung von Johnson Associates der Zuwachs für die Betreuter reicher Kunden ausfallen.

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Im Investmentbanking sollte der Geldregen vor allem für diejenigen Banker reichlich ausfallen, die an Börsengängen, Kapitalerhöhungen und Emissionen von Anleihen beteiligt sind. Hier sei ein Plus von zehn bis 20 Prozent zu erwarten. Im Aktienhandel sehen die Gehaltsexperten dagegen sogar einen leichten Rückgang voraus, weil die Kunden weniger aktiv am Markt sind.

Für die meisten anderen Bereiche des Investmentbankings setzten Analysten bis zu fünf Prozent Plus an. Im traditionellen Bankgeschäft wirken sich steigende Zinsen und ein gesundes Wachstum der Kredite positiv aus. Dort sind fünf bis zehn Prozent mehr zu erwarten als 2016. Insgesamt zeigt sich: Mit der US-Wirtschaft wachsen die Gewinne der Banken – und die Banker bekommen ihren Teil davon ab.

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