Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.11.2012

03:56 Uhr

Finanzstabilitätsrat

Deutsche Bank gehört zu gefährlichsten Instituten weltweit

Der Finanzstabilitätsrat hat seine Liste systemrelevanter Banken aktualisiert. Danach gehört die Deutsche Bank nun zu den vier gefährlichsten Instituten für die Weltwirtschaft. Anders erging es der Commerzbank.

Die Deutsche Bank ist gefährlich - Dax tritt auf der Stelle

Video: Die Deutsche Bank ist gefährlich - Dax tritt auf der Stelle

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Frankfurt/BaselDie Deutsche Bank gehört nach Einschätzung der Branchenaufseher zu den vier für das weltweite Finanzsystem gefährlichsten Instituten. Das geht aus der aktualisierten Liste der systemrelevanten Banken hervor, die der Finanzstabilitätsrat (FSB) am Donnerstagabend in Basel im Auftrag der G20-Staaten veröffentlichte.

Der deutsche Branchenprimus müsste damit von 2016 an einen zusätzlichen Eigenkapitalpuffer von 2,5 Prozent aufbauen, so dass er 2019 auf eine Mindestausstattung von 9,5 Prozent Grundkapital und Gewinnrücklagen kommen müsste. Zurzeit kommt er nach den künftigen Kriterien auf weniger als sieben Prozent. Mit den Auflagen wollen die Aufseher verhindern, dass die größten Banken in einer Krise zusammenbrechen und auf Kosten der Steuerzahler gerettet werden müssen.

Zugleich warnte Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret in der Zeitung "Die Welt", dass Agenda der G20-Staaten zur Finanzmarktregulierung bisher nur zum Teil abgearbeitet wurde. "Wir haben bis heute keine echte Lösung für Banken, die zu groß sind, als dass der Staat sie einfach insolvent gehen lassen könnte." Hier liege man weit hinter dem Zeitplan zurück, monierte er. "Um ehrlich zu sein: Auf den Zusammenbruch einer großen Bank sind wir heute kaum besser vorbereitet als vor der Finanzkrise."

In die gleiche, höchste Gefahrenstufe wie die Deutsche Bank wurden die US-Institute Citigroup und J.P. Morgan Chase sowie die britische HSBC eingestuft - vier Institute, die Investmentbanking und Privatkundengeschäft gleichzeitig betreiben.

Insgesamt stuft der FSB 28 Banken als global systemrelevant ein, eine weniger als vor einem Jahr. Zwei sind neu in der Liste - die spanische BBVA und die britische Standard Chartered. Nicht mehr dazu zählt neben der britischen Lloyds Bank und der zerschlagenen belgisch-französischen Dexia die Commerzbank, die ihre Bilanzsumme und die Risiken stark reduziert hat. Sie gilt aber als "national systemrelevant" und dürfte deshalb von den deutschen und europäischen Aufsehern mit härteren Auflagen bedacht werden. Die Liste wird bis 2014 jährlich aktualisiert, die aktuelle Rangfolge basiert auf Daten von Ende 2011.

Für die seit der Finanzkrise geschrumpfte Commerzbank bedeutet der Verlust des „Too-big-to-fail“-Status zwar einen Prestigeverlust. Sie spielt damit auch offiziell nicht mehr in der Top-Liga der Branche. Zugleich ist das aber eine große Erleichterung. Denn damit dürften künftig weniger strenge Anforderung für sie gelten. Die als systemrelevant eingestuften Banken müssen einen zusätzlichen Kapitalpuffer auf ihre Risikoposition aufbauen. Eigenes Kapital ist teuer und drückt auf die Gewinne.

Kommentare (17)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

01.11.2012, 22:03 Uhr

Zum Glück stehen wir an einem Wendepunkt, nicht nur in der Finanzwelt.
Egal was uns die manipulierten Nachrichten vorgaukeln, Ihr Geld verliert immer mehr an Kaufkraft (Geldentwertung), weil Währungen immer nur gedruckte Schuldscheine sind und Schulden langfristig nicht mit Schulden bezahlt werden können.
Es wird unweigerlich zu einer Inflation, bzw. zu einem drastischen Währungsschnitt kommen.

Account gelöscht!

01.11.2012, 22:32 Uhr

Lieber Herr Moralo, ich habe durch ihren Kommentar den Eindruck gewonnen, dass sie geschmäcklerische Meinungen lieber von sich geben als fundiertes Fachwissen?

Account gelöscht!

01.11.2012, 22:39 Uhr

Da muss sich fragen ob das schockierend oder schmeichelnd sein soll, dass es so eine große TBTF-Bank in Deutschland sein Headquarter hat.

Bei einer Sache bin ich mir ziemlich sicher: Die BRD alleine kann nie und nimmer die Mittel auftreiben um eine strauchelnde Deutsche Bank zu retten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×