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20.03.2014

07:49 Uhr

Firmenkundengeschäft

Commerzbank will in Brasilien einsteigen

ExklusivDie Commerzbank leitet die Wende im Ausland ein. Das Geldhaus plant den Markteintritt ins Firmenkundengeschäft in Österreich und auch in Brasilien. Die erste Filiale dort wird aber erst nach der Fußball-WM eröffnen.

Wartung am Commerzbank-Turm in Frankfurt: „Wir streben eine Banklizenz in Brasilien an und wollen 2015 eine Filiale eröffnen“. dpa

Wartung am Commerzbank-Turm in Frankfurt: „Wir streben eine Banklizenz in Brasilien an und wollen 2015 eine Filiale eröffnen“.

FrankfurtDie Commerzbank will ihr Firmenkundengeschäft im Ausland stärken und plant den Markteintritt in Österreich und Brasilien. „Wir wollen in diesem Jahr in das lokale Geschäft im österreichischen Markt, ganz ohne Deutschlandbezug, einsteigen“, sagte der Bereichsvorstand Internationales der Mittelstandsbank, Bernd Laber, dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe). Zunächst wolle die Bank von Wien aus operieren. „Später sind auch weitere Standorte möglich.“

Normalerweise konzentriert sich die Commerzbank auch im Ausland auf Geschäft mit Deutschlandbezug, das heißt, sie begleitet deutsche Kunden ins Ausland und ausländische Unternehmen nach Deutschland. In der Schweiz hat sie das Prinzip vor kurzem aufgegeben.

Das Geschäftsjahr 2013 der Commerzbank

Unter dem Strich

Die Bank erwirtschaftete Erträge in Höhe von 9,27 Milliarden Euro und erzielte ein operatives Ergebnis in Höhe von 725 Millionen Euro (2012: 1,17 Milliarden Euro). Der Gewinn nach Steuern betrug 78 Millionen Euro (-47 Millionen Euro im Jahr 2012).

Privatkunden

Mit modernen Filialen und einem runderneuerten Online-Banking will die Commerzbank im Privatkundengeschäft in die Spur finden. Das operative Ergebnis der Sparte lag 2013 mit 225 Millionen Euro fast exakt auf dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal gab es ein operatives Plus von 60 Millionen Euro (nach 25 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum).

Mittelstandsbank

Im Geschäft mit Mittelstandskunden ist die Commerzbank einer der wesentlichen Akteure auf dem deutschen Markt. Das operative Ergebnis schrumpfte 2013 auf 1,1 Milliarden Euro (nach 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2012). Die Risikovorsorge – Rückstellungen für vom Ausfall bedrohte Kredite – lag bei 470 Millionen Euro. Im Jahr 2012 hatten Sondereffekte zu einer Risikovorsorge nahe null geführt.

Zentral- und Osteuropa

In diesem Segment ist vor allem das Engagement der Commerzbank in Polen erfasst. Die Tochter „mBank“ ist dort als Direktbank aktiv. Das operative Ergebnis lag 2013 bei 254 Millionen Euro und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Bank Forum in der Ukraine hatte die Commerzbank 2012 bereits verkauft.

Kapitalmarktgeschäft

Im Segment „Corporates & Markets“ gab es einen Anstieg des operativen Ergebnisses auch wegen eines positiven Effekts bei der Bewertung eigener Verbindlichkeiten. Notieren die Anleihen von Banken an den Kapitalmärkten schwächer, hat das einen positiven Effekt auf die Bilanz – denn dann kann der Wert der Verbindlichkeiten niedriger angesetzt werden. Insgesamt kletterten das operative Ergebnis 2013 von 202 auf 778 Millionen Euro.

Interne „Bad Bank“

Im Segment „Non-Core Assets“ fasst die Bank Wertpapiere zusammen, die als Altlast aus der Finanzkrise gesehen werden oder aus der missglückten Übernahme der Immobilienbank Eurohypo stammen. Der Abbau der Positionen sei 2013 schneller voran gegangen als zunächst erhofft. Dei Bestände sollten auf 125 Milliarden Euro schrumpfen – tatsächlich landete die Bank bei 116 Milliarden Euro.

Auch in den Niederlanden und Belgien will die Bank stärker ins Geschäft mit Firmenkunden einsteigen. Dort will sie bislang zwar nicht auf den Deutschlandbezug verzichten, sie will aber auch mit kleineren Unternehmenskunden ins Geschäft kommen. „Hier wollen wir zur Neukundengewinnung eine Absenkung der Umsatzgrenze pilotieren“, sagt Laber. Normalerweise gilt für ausländische Firmen eine Mindestumsatzgröße von 250 Millionen Euro. Auch die Brasilien-Pläne der Bank konkretisierte Laber. „Wir streben eine Banklizenz in Brasilien an und wollen 2015 eine Filiale eröffnen“, sagte er.

Begleitet wird die Expansion ins Ausland mit einer wachsenden Mitarbeiterzahl. Sie solle bis 2017 um 20 Prozent steigen. Bislang arbeiten nach Angaben der Bank etwa 1000 Mitarbeiter der Mittelstandssparte im Ausland.

Von

yo

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

20.03.2014, 10:20 Uhr

Wenn die Coba in Brasilien einsteigt, sollte man den Markt shorten!! :)

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