Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.05.2015

17:37 Uhr

Fitch macht ernst

Ratingagentur straft Europas Banken ab

Fitch hatte bereits im April vor einer Herabstufung europäischer Banken gewarnt. Nun macht die Ratingagentur ernst. Dutzende Institute dürften betroffen sein – darunter auch die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Macht Fitsch die Drohung wahr, fällt die Bewertung der Deutschen Bank leicht, deutlich härter dürfte es die Commerzbank treffen. AFP

Macht Fitsch die Drohung wahr, fällt die Bewertung der Deutschen Bank leicht, deutlich härter dürfte es die Commerzbank treffen.

FrankfurtDie Ratingagentur Fitch macht ernst mit der angedrohten Massen-Herabstufung europäischer Banken. Wie das Handelsblatt (Montagsausgabe) aus Finanzkreisen erfuhr, stehen die Downgrades unmittelbar bevor – schon Anfang der Woche dürfte es so weit sein. Erwartet werden in den meisten Fällen Abwertungen um ein bis maximal vier Stufen. Die Ratingagentur hatte bereits im April gewarnt, dass bald Herabstufungen anstehen werden.

Damit reagiert Fitch auf die gesunkene Bereitschaft europäischer Regierungen, die Geldhäuser im Krisenfall zu stützen. Vergangenes Jahr hatte die EU die Banken-Abwicklungsrichtlinie verabschiedet, wonach bei einer Schieflage neben den Aktionären vor allem die Anleihegläubiger haften sollen – und eben nicht, wie meistens in der Finanzkrise, die Steuerzahler. Ein Sprecher der Ratingagentur wollte die Informationen nicht kommentieren.

Diese deutschen Banken überprüft die EZB

Großbanken

Commerzbank
Deka-Bank (Spitzeninstitut der Sparkassen)
Deutsche Bank
DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volksbanken)
Hypo Real Estate Holding (Deutsche Pfandbriefbank)
SEB
WGZ Bank (2. Spitzeninstitut der Volksbanken)

Landesbanken

Bayerische Landesbank (BayernLB)
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Landesbank Berlin (LBB)
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Norddeutsche Landesbank (NordLB)
HSH Nordbank

Sparkassen/Genossenschaftsbanken

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Haspa Finanzholding (Hamburger Sparkasse)

Immobilienbanken

Aareal Bank
Münchener Hypothekenbank

Förderbanken

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Landwirtschaftliche Rentenbank
NRW.Bank

Sonstige Institute

Volkswagen Financial Services Aktiengesellschaft
Wüstenrot & Württembergische

Dutzende Institute dürften betroffen sein, darunter auch die Deutsche Bank, vor allem aber die Commerzbank. Macht Fitsch die Drohung wahr, fällt die Bewertung der Deutschen Bank leicht, deutlich härter dürfte es die Commerzbank treffen.

Von

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Maria Tanner

18.05.2015, 07:46 Uhr

Ratingagenturen sind so überflüssig wie ein Sandkasten in der Sahara. Sie haben die Finanzkrise mit zu verantworten und meinen nun - ein paar Jahre später - wieder ungehemmt ihr Unwesen treiben zu koennen. Ratingagenturen sind mitnichten objektiv - wenn man das überhaupt sein kann in dieser Branche - denn sie haben ihren Sitz in den Vereinigten Staaten, müssen ihre Bewertungspraxis nicht offenlegen und koennen von dort aus ungehindert ungeliebte Staaten, Banken und Unternehmen in den Ruin treiben. Und die Politik in Europa schaut einfach nur zu. [...]

 
Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Herr Wolfgang Trantow

18.05.2015, 10:01 Uhr

Banken werden herabgestuft? Wieder hat also die hemmungslose, gewissenlose Frau Merkel total versagt. Sie sagte doch die totale Unterstützung der Banker zu: Übernahme aller Fehler und Kosten, nur damit Banker weiter Fehler, Plünderung der Kunden, machen können. Wer zahlt wohl diue ganzen Strafen dr Banker? Nur der Bankkunde.Die Manager dürfen durch Frau Merkel ungestraft weiter so handeln, wie bisher.

Herr Manfred Zimmer

18.05.2015, 10:29 Uhr

Aha, also hatten die Banken das Rating aus der Haftung der Steuerzahler und nicht wegen der qualifizierten Führung der Vorstände oder der qualifizierten Bankenaufsicht, BAFin.

Anders ausgedruckt:
Die Steuerzahler verschafften den Vorständen die fetten Bonis! Das war ja Sozialismus pur. Individualisieren der Gewinne und Sozialisierung der Verluste.

Das ist doch Schmierentheater was hier abgeht!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×