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26.11.2014

13:45 Uhr

Fitch senkt Ausblick

Ratingagentur will Deutsche Bank herabstufen

Wenn europäische Banken in Schieflage geraten, sollen sie künftig ohne Staatshilfe abgewickelt werden. Daher senkt die Agentur Fitch den Ausblick für die Deutsche Bank. Der Branchenprimus hat aber noch mehr Probleme.

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Im Notfall soll es keine Staatshilfen mehr geben. dpa

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Im Notfall soll es keine Staatshilfen mehr geben.

FrankfurtDie Deutsche Bank steht vor einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit im neuen Jahr. Die Ratingagentur Fitch kündigte in der Nacht zum Mittwoch an, sie werde den deutschen Branchenprimus nach derzeitigem Stand im ersten Halbjahr 2015 auf „A“ von „A+“ herunterstufen.

Grund dafür sei die wegfallende Unterstützung des Staates infolge der neuen EU-Regeln zur Bankenabwicklung, die Deutschland 2015 vorzeitig einführen will. Künftig sollen primär Gläubiger und Aktionäre für die Abwicklung einer Bank zahlen, ohne den Steuerzahler zu belasten. Bisher könnte die Deutsche Bank – wie alle Großbanken weltweit – mit einer Rettung durch den Staat rechnen, wenn sie in Schieflage käme. Denn ihr Zusammenbruch könnte das Finanzsystem als Ganzes destabilisieren.

Die meisten Großbanken-Ratings sind deshalb bisher höher als die Einstufung von deren eigener Finanzkraft. Diese Differenz falle bei der Deutschen Bank nun weg, erklärte die Agentur. Die Bank stehe vor einer Reihe von Herausforderungen, darunter einer strukturell hohen Kostenbasis, steigenden Kapitalanforderungen in verschiedenen Ländern und andauernden Rechtsstreitigkeiten, die in hohen Strafen oder teuren Vergleichen enden könnten.

Bis zu einer Beilegung werde die Bank weiterhin Kapital aufbauen, indem sie Gewinne nicht ausschütte, erwartet Fitch. Dazu kämen ein verhaltenes Marktwachstum im Investmentbanking und die erwartete schwache Konjunktur in Deutschland und der Euro-Zone als Belastungsfaktoren.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 10 – Postbank

Bilanzsumme 2013 der Deutsche-Bank-Tochter: 161,5 Milliarden Euro

Platz 9 – Helaba

Bilanzsumme 2013 der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale: 178,1 Milliarden Euro.

Platz 8 – NordLB

Bilanzsumme 2013 der Norddeutschen Landesbank: 200,8 Milliarden Euro

Platz 7 – BayernLB

Bilanzsumme 2013 der Bayerischen Landesbank: 255,6 Milliarden Euro

Platz 6 – LBBW

Bilanzsumme 2013 der Landesbank Baden-Württemberg: 273,5 Milliarden Euro

Platz 5 – Unicredit

Bilanzsumme 2013 der Unicredit (inkl. Hypo-Vereinsbank): 290 Milliarden Euro

Platz 4 – DZ Bank

Bilanzsumme 2013 der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank: 387 Milliarden Euro

Platz 3 – KfW

Bilanzsumme 2013 der KfW-Bankengruppe: 464,8 Milliarden Euro

Platz 2 – Commerzbank

Bilanzsumme 2013: 549,7 Milliarden Euro

Platz 1 – Deutsche Bank

Bilanzsumme 2013: 1611,4 Milliarden Euro

Quelle: Die Bank/Statista

Dabei habe Fitch in seinem Finanzstärke-Rating bereits die Erwartung berücksichtigt, dass die Deutsche Bank beim Gewinn vor allem in ihren stabilen Geschäftsfeldern – Privatkunden, Asset Management und Zahlungsverkehr – Fortschritte machen werde. Wenn das nicht gelinge, gerate auch ihre Finanzstärke unter Druck. In den ersten neun Monaten 2014 sei sie dabei kaum weitergekommen. Die von der Deutschen Bank in Aussicht gestellte Reduzierung der Kostenquote auf 65 Prozent sei aber realistisch.

Von

rtr

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