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28.03.2012

13:23 Uhr

Förderbank

Staatliche KfW erntet erneut Milliardengewinn

Das Geldhaus profitiert von der guten Wirtschaftslage in Deutschland, auch wenn das Ergebnis aus dem vergangenen Jahr nicht ganz erreicht wurde. Nach zwei sehr erfolgreichen Jahren kehrt nun Nüchternheit ein.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frankfurt. dpa

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frankfurt.

Frankfurt am MainDer Aufschwung in Deutschland hat der staatlichen Förderbank KfW erneut einen Milliardengewinn beschert. Das Rekordergebnis aus dem Vorjahr konnte wie erwartet allerdings nicht wiederholt werden. Zum Jahresende 2011 standen 2,1 Milliarden Euro Überschuss in den Büchern nach rund 2,6 Milliarden Euro im Vorjahr, wie das vom Bund und den Ländern kontrollierte Institut am Mittwoch in Frankfurt berichtete.

„Die robuste konjunkturelle Lage in Deutschland bot zusammen mit guten Refinanzierungsbedingungen sehr günstige Rahmenbedingen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KfW Bankengruppe, Ulrich Schröder. Maßgeblich getragen wurde das zweitbeste Ergebnis in der KfW-Historie durch einen Zinsüberschuss von fast 2,4 Milliarden Euro. Die Staatsbank kann sich dank ihrer Bonität sehr günstig am Markt refinanzieren.

Hingegen drückten insbesondere Belastungen aus griechischen Staatsanleihen das Ergebnis aus dem Beteiligungs- und Wertpapierportfolio auf minus 201 Millionen Euro. Die Hellas-Bonds wurden zum Jahresende bei einem Nominalvolumen von 251 Millionen Euro um 183 Millionen Euro auf ihren Marktwert abgeschrieben. Inzwischen hat die Förderbank die Papiere komplett abgestoßen, sagte Schröder: „Per heute hat die KfW null Griechenland-Staatsexposure in ihren Büchern.“ Die im Rahmen des Schuldenschnitts im Tausch erhaltenen Papiere habe die Bank verkauft.

Nach zwei außergewöhnlich erfolgreichen Jahren rechnet Schröder für 2012 mit einer weiteren „Normalisierung“ des Ergebnisses. Eine genaue Planzahl nannte der KfW-Chef nicht. Er erwarte aber, dass das Ergebnis über dem durchschnittlichen Ertragspotenzial der KfW von aktuell 900 Millionen Euro, aber unterhalb der Marke von zwei Milliarden Euro liegen werde.

Dabei machte Schröder klar: „Die KfW ist keine Bank, die an Profitmaximierung oder Bilanzsumme gemessen wird.“ In der Regel nutzt sie Gewinne etwa, um künftige Zuschüsse aus dem Fördergeschäft auszugleichen oder um aus eigener Kraft Eigenkapital zu bilden - ohne dafür auf Haushaltsmittel zurückzugreifen.

Auch das Fördergeschäft werde 2012 weiter zurückgefahren. Die KfW sei eine subsidiäre Bank, betonte Schröder: Wenn es konjunkturell besser läuft, ziehe sie sich zurück.

Von

dpa

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