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18.01.2010

14:51 Uhr

Fokussierung

Commerzbank zieht sich aus Monaco zurück

VonHans G. Nagl

Die Commerzbank kommt mit dem Verkauf kleinerer Konzernbeteiligungen voran. Die vom Staat mit Milliardengeldern gestützte Bank veräußerte ihre Niederlassung in Monaco, die Dresdner Bank Monaco S.A.M.; Käufer ist die libanesische Bank Audi.

Die Commerzbank dreht Monaca den Rücken zu. Quelle: ap

Die Commerzbank dreht Monaca den Rücken zu.

FRANKFURT. Die Commerzbank ist bei der Trennung von Randgeschäften einen weiteren Schritt vorangekommen. Die vom Staat mit 18 Mrd. gestützte Bank verkauft das Monaco-Geschäft der Dresdner Bank an die libanesische Bank Audi. Damit ist Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus nicht mehr in dem als Steuerparadies geltenden Zwergenstaat an der Côte d'Azur vertreten.

Zwergenbank im Zwergenstaat

Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Mit 18 Beschäftigten und Vermögenswerten von 233 Mio. Euro ist die Dresdner Bank Monaco S.A.M. ohnehin zu vernachlässigen. Commerzbank-Chef Martin Blessing reduziert durch den schrittweisen Verkauf der Randeinheiten aber die Komplexität des Konzerns.

Die Verkäufe waren nicht zuletzt durch die umfangreiche Staatshilfe nötig geworden. Die Europäische Kommission hatte dem Institut im Gegenzug eine drastische Schrumpfkur verordnet. Hinzu kommt, dass manche Einheiten nach dem Kauf der Dresdner Bank schlichtweg nicht mehr ins Geschäftsmodell passen.

Liste noch nicht abgearbeitet

Getrennt hat sich die Commerzbank mittlerweile unter anderem vom Münchener Bankhaus Reuschel, von der österreichischen Privatinvest Bank sowie dem Londoner Vermögensverwalter Kleinwort Benson, den der Finanzinvestor RHJ übernommen hat. Die Abspaltung des Immobilienfinanzierers Eurohypo sowie der Verkauf der Allianz Dresdner Bauspar AG stehen noch aus.

Der Käufer des Monaco-Geschäfts, die Bank Audi Sal-Audi Saradar, ist den Angaben zufolge das größte Geldhaus im Libanon und eines der Top-20-Häuser im Nahen Osten. Sie will ihre Aktivitäten im Bereich vermögende Kunden ausbauen. Aktuell beträgt ihre Bilanzsumme 24,7 Mrd. Dollar.

Kommentare (1)

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Günter Schmitt

18.01.2010, 20:03 Uhr

Zwergenbank, Zwergenstaat? Das hieße "bank der Zwerge", "Staat der Zwerge" Unsinn!
Herr Nagl, wie kann man mit so wenig Sprachgefühl
journalistisch tätig werden?

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