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23.07.2012

12:25 Uhr

Fonds-Angebot

Union Investment kann kaum Kleinsparer locken

Nur einen Bruchteil des Geschäfts macht die Fondsgesellschaft mit Kleinanlegern. Und das obwohl Union Investment genau auf diese Kundengruppe zielt. Im Vorstand ist man mit den Ergebnissen dennoch zufrieden.

Das jetzige Hochhaus der Union Investment in Frankfurt. picture-alliance/dpa

Das jetzige Hochhaus der Union Investment in Frankfurt.

FrankfurtDie institutionellen Anleger haben der Fondsgesellschaft Union Investment das erste Halbjahr gerettet. Unter dem Strich sammelte der Fondsanbieter der Volks- und Raiffeisenbanken zwar 6,6 Milliarden Euro an neuen Mitteln ein, wie sie am Montag mitteilten. Davon entfielen aber nur 400 Millionen auf Kleinsparer. Sie lassen sich wegen der Euro-Schuldenkrise nach wie vor kaum anlocken. Dabei zielt Union Investment mit ihren Investmentfonds eigentlich genau auf diese Kundengruppe.

Vorstandschef Hans Joachim Reinke zeigte sich mit den Ergebnissen trotzdem zufrieden. Im Geschäft mit institutionellen Investoren - also etwa Versicherern, Pensionskassen und Stiftungen - habe Union Investment 14 neue Kunden gewonnen. "Das ist der beste Start, den wir in diesem Geschäftsfeld je hatten." Über alle Sparten hinweg legten die verwalteten Kundengelder im Vergleich zum Dezember um sechs Prozent auf 170 Milliarden Euro zu - auch weil die Aktienmärkte einen starken Jahresauftakt hingelegt hatten, bevor sich die Stimmung im zweiten Quartal wieder abkühlte.

Auch andere Fondshäuser tun sich mit den Kleinsparern seit Ausbruch der Finanzkrise 2007 schwer, denn das Auf und Ab an den Märkten hat die Privatanleger tief verunsichert. Viele geben Festgeldkonten den Vorzug vor Publikumsfonds. Die Fondshäuser stehen deshalb unter Kostendruck, vielerorts wird die Produktpalette geschrumpft. Zuletzt kündigte etwa Allianz Global Investors an, sich zu verschlanken.

Die Argumente der Fondsbranche, im Niedrigzinsumfeld führe die "Vollkasko-Mentalität" zu realen Geldwertverlusten, ziehen bei den Privatkunden bislang nicht. "Das Geld wird geparkt, Anlageentscheidungen werden mit Blick auf die Verschuldungskrise der Eurostaaten verschoben", zog Union-Investment-Chef Reinke Bilanz. Und selbst diejenigen, die bei Fonds noch zugriffen, bevorzugten Produkte mit begrenztem Risiko, etwa Mischfonds oder Riester-Fondssparpläne, statt reiner Aktienfonds.

Mit einer schnellen Lösung der Schuldenkrise rechnen die Anlagestrategen von Union Investment nicht, denn bislang werde nur an den Symptomen herumgedoktert. "Die Bereitschaft, den Euro zu erhalten, ist zwar hoch", sagte der für das Portfoliomanagement zuständige Vorstand Jens Wilhelm. "Aber wenn wir den Euro weiter wollen, dann werden wir an einer Vergemeinschaftung der Schulden sowie einem klaren Bekenntnis zu einer echten Wirtschafts- und Fiskalunion nicht vorbeikommen."

Von

rtr

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