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19.08.2012

10:20 Uhr

Fonds statt Steuerflüchtlinge

Schweizer Banken gehen in die Offensive

Den eidgenössischen Finanzinstituten bricht das Geschäft mit Steuerflüchtlingen weg. Deshalb sucht die Branche nach Alternativen. Das Geschäft mit Fonds und Versicherungen soll wieder Wachstum bringen.

Die Schweizer Banken wollen beim Asset Management in die Offensive gehen. dpa

Die Schweizer Banken wollen beim Asset Management in die Offensive gehen.

ZürichAngesichts des wegbrechenden Geschäfts mit Steuerflüchtlingen suchen die Schweizer Banken einen neuen Wachstumsmotor. Fündig werden könnten sie im Asset Management, dem bisher eher vernachlässigten Geschäft mit Fonds und institutionellen Anlegern wie Pensionskassen und Versicherungen. Das ist zwar weniger profitabel als andere Sparten des Bankgeschäftes, aber auch risikoärmer. Das haben auch Branchenverbände und Politiker erkannt und planen nun eine Offensive.

Mit der Durchlöcherung des Bankgeheimnisses ist die Anziehungskraft der Schweiz für vermögende Ausländer stark zurückgegangen. Die Unternehmensberater von Boston Consulting rechnen damit, dass die in der Schweiz deponierten Vermögen von Westeuropäern bis 2014 um über ein Viertel schrumpfen könnten. Zwar fließt weiterhin Geld aus Schwellenländern zu, unter dem Strich bleibt aber ein Minus.

Steuerabkommen: So argumentieren Befürworter und Gegner

Erbitterter Streit

Kritiker des umstrittenen Steuerabkommens mit der Schweiz freuen sich dieser Tage über weitere Argumentationshilfe. Medienberichten zufolge sollen Fahnder auf der jüngsten Steuer-CD Belege dafür gefunden haben, dass deutsches Schwarzgeld von der Schweiz nach Fernost geschleust wird. Nachfolgend Argumente der Befürworter und Gegner des Abkommens.

Pro: Besser als alle bisherigen Abkommen

Mit dem Steuerabkommen werde im Kampf gegen Schwarzgeld mehr erreicht als es alle Vorgängerregierungen geschafft hätten. Die von Deutschland angestrebte Vereinbarung sei besser als ähnliche Abkommen der Schweiz mit Österreich, Großbritannien oder den USA. Ohne das Abkommen verjährten täglich neue Fälle von Steuerbetrug.

Pro: Ein guter Kompromiss

Die einmalige Pauschalsteuer zwischen 21 und 41 Prozent des auf Schweizer Bankkonten gebunkerten Alt-Schwarzgeldes rückwirkend für zehn Jahre sei ein guter Kompromiss. Die Schweiz sei ein Rechtsstaat, zu dem auch die Wahrung des Bankgeheimnisses gehöre.

Pro: Der Blick über den Teich zählt nicht

Vergleiche mit den USA beruhten auf falschen Annahmen. Da gehe es um mögliche Verstöße Schweizer Banken gegen Verpflichtungen aus einem Steuerabzugsverfahren.

Pro: Abschreckende Wirkung

Es gebe neue Möglichkeiten zur Beschaffung über Geldströme deutscher Schwarzgeldanleger von der Schweiz in Drittstaaten. Diese schreckten ab. Mit Inkrafttreten des Abkommens zum 1. Januar 2013 sei keine Verlagerung von Vermögen in Drittstaaten ohne Meldung mehr möglich. Die Übergangsfristen seien keineswegs zu lang.

Pro: Auch Zinserträge werden besteuert

Die ab 2013 geplante Lösung garantiere eine Gleichbehandlung der Besteuerung von Kapitalerträgen in der Schweiz und Deutschland. Mit der Quellensteuer von etwa 26,4 Prozent (inklusive „Soli“-Zuschlag“) auf in der Schweiz kassierte Zinsen und Dividenden werde eine effektive Besteuerung von Vermögenserträgen in der Schweiz auf Dauer sichergestellt. Zudem würden auch künftige Erbschaftsfälle erfasst.

Pro: Mindestens 700 Millionen Euro Einnahmen

Ein Aufkommen aus der Nachversteuerung von etwa 10 Milliarden Euro sei realistisch. Als Vorauszahlung überweisen Schweizer Banken 2 Milliarden Schweizer Franken (aktuell 1,67 Mrd. Euro). Hinzu kämen künftige Einnahmen aus der Abgeltungssteuer für alle Kapitalerträge. Konservative Schätzungen gingen von 700 Millionen Euro aus.

Contra: Steuersatz ist ungerecht

Es gibt auch einige schlagkräftige Argumente gegen das geplante Abkommen:

Vor allem die Nachbesteuerung sei zu niedrig und ungerecht gegenüber ehrlichen Steuerzahlern. Betrüger blieben anonym und könnten Schwarzgeld günstig reinwaschen. Sie könnten sich mit einer moderaten Abschlagszahlung von aller Schuld befreien. Anonymität werde festgeschrieben, das Schweizer Bankgeheimnis festgeschrieben. Die Steuermoral werde untergraben. Die Vereinbarungen der Schweiz mit den USA seien weit schärfer.

Contra: Betrüger sind die Gewinner

Wer seine Kapitaleinkünfte in den vergangenen Jahren bei einem deutschen Finanzamt ordentlich versteuert habe, musste erheblich mehr an den Fiskus abführen.

Contra: Die meisten kämen mit 21 Prozent Abgabe davon

Nach Berechnungen des Berliner Steuerexperten Frank Hechtner würden die meisten Schwarzgeld-Besitzer bei Alt-Fällen mit dem niedrigsten Steuersatz von 21 Prozent belegt. Der Höchstsatz von 41 Prozent bei der einmaligen Pauschalbesteuerung von Altvermögen dürfte kaum Anwendung finden.

Contra: Steuerbetrüger bleibt zu viel Zeit

Die aus der Nachversteuerung erwarteten 10 Milliarden Euro seien eine „Milchmädchenrechnung“. Transfers von Schweizer Konten ins Ausland bis Anfang 2013 unterlägen nicht der Nachbesteuerung. Deutsche Steuerbetrüger hätten also noch mehr als genug Zeit, ihr Schwarzgeld in noch bestehende Steueroasen zu schaffen.

Contra: Die Banken werden tricksen

Auch die ab 2013 erwarteten Kapitalerträge dürften gering ausfallen, da Schweizer Banken sich bereits darauf vorbereiteten, das Abkommen zu unterlaufen. Banken hätten Modelle entwickelt, um das Geld auch nach Inkrafttreten des Abkommens in der Schweiz zu halten, die geplante Quellensteuer aber zu umgehen.

Selbst vergleichsweise breit aufgestellte Banken wie Sarasin oder die St. Galler Kantonalbank verlieren inzwischen Kundengelder. Noch schwieriger ist die Lage für kleinere Vermögensverwalter, die bisher vor allem auf Steuerflüchtlinge setzten.

Alternativen gibt es für die Schweizer Bankbranche nicht viele. Das Investmentbanking ist unbedeutend und das Kleinkundengeschäft ist ausgereizt. „Als Teilersatz bietet sich das Asset Management an“, erklärt Markus Fuchs vom Schweizer Fondsverband. Von den 4200 Milliarden Franken, die auf Schweizer Bankdepots liegen, entfallen gegenwärtig rund 1350 Milliarden Franken auf professionelle Anleger.

„Im institutionellen Geschäft in der Schweiz ist ein jährliches Wachstum der verwalteten Vermögen von fünf Prozent möglich“, sagt er. Voraussetzung für Wachstum sei aber, dass das Schweizer Asset Management ausländische Gelder anziehe. „Das heißt, wir müssen ausländische Versicherungen und Pensionskassen überzeugen, dass sie Mandate in die Schweiz vergeben.“

Dass die Schweiz gute Karten hat, um im Asset-Management-Markt eine wichtige Rolle zu spielen, glaubt auch Olaf Toepfer von der Unternehmensberatung Roland Berger. „Die Attraktivität des Standortes Schweiz für internationale Asset-Management-Gesellschaften hat zugenommen. Dies gilt insbesondere für Firmen aus dem Nahen Osten oder aus Asien.“ Ein wichtiger Grund dafür sei, dass London als Finanzstandort nicht mehr so stark gefördert werde wie in der Vergangenheit. „Die Schweiz profitiert von der Schwäche Londons.“

Kommentare (4)

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19.08.2012, 16:03 Uhr

Fakt ist das viele Schweizer Banken Deutsche Anleger zur Steuerhinterziehung animiert haben.
Jedoch vielfach mit Hilfe Deutscher " Partnerbanken".
Mitarbeiter Schweizer Banken bereisten Deutschland,gefüttert mit Namen und Adressen potentieller Anleger,von den "Partnernbanken".Dort wurden Anleger angesprochen Beträge ab 40 000 Euro in der Schweiz anzulegen.Den Transfer wollte die Bank auch übernehmen.In den Verträgen wurde kleingedruckt darauf hingewiesen das der Anleger für die meldung der Zinserträge an die Deutschen Finanzbehörden verantwortlich ist .Im Gespräch wurde angemerkt das man dies ja unter Umständen "Vergessen" könne.
Bei mir war der Herr umsonst da ich keine 40 000 Euro oder mehr übrig hatte und ich nicht bereit war den Staat zu betrügen.
Für die Deutschen Behörden wäre es interessant und aufschlußreich die Partnerbanken ausfindig zu machen,und den Geldabfluß ab 40 000 Euro ab 2006 zu verfolgen und zu Prüfen.

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20.08.2012, 04:29 Uhr

Das moralische Gefuege der Buerger im Verhaeltnis zum Staat ist durch die unredlichen undillegalen Machenschaften der gesamten EU Regierung ins Taumeln geraten. Orientierung wird nicht mehr gegeben. Stattdessen taeglich neue Gesetzesbrueche der EU, teaglich neue unverschaemte Forderungen anderer Staaten an uns in Deutschland bzw. an die besser regierten Staaten der EU. Das ist nicht akzeptabel und provoziert gegenreaktionen. Noch dazu kommen (absichtlich eingespielte) Geruechte, den Euro weiter drastisch zu entwerten. Nein, und nochmal nein zu dieser Realitaet. Da koennen dann Finanzminister auch "nein" sagen zu Steuerfluechtlingen, doch viele nehmen ihnen das scheinheilige "nein" nicht mehr ab und verlagern ihr Vermoegen in ganz andere Gegenden als die schon lange riskante Schweiz. Wer in der Schweiz beachtliche Summen geparkt hat, hat wirklich schlechte Berater.

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20.08.2012, 19:43 Uhr

Sie gehen also in die Offensive, die Erfüllungsgehilfen der deutschen steuerflüchtigen Verbrecher. Man sollte an jedem Grenzübergang 100% Kontrollen auf zu viel Bargeld machen. Aber Schäuble, der Oberverbrecher und Hehler der Bundesdeppenregierung wird schon einen Weg finden, den blöden deutschen Michel weiter bluten zu lassen.

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