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07.01.2011

07:07 Uhr

Fondsdienstleister

Sparkassen übernehmen Dekabank vollständig

VonFrank Matthias Drost, Peter Köhler

ExklusivSparkassen und Landesbanken haben sich nach langen Verhandlungen beim Fondsdienstleister Dekabank auf eine Neuordnung der Aktionärsstruktur geeinigt. Danach haben die Sparkassen künftig allein das Sagen bei der Dekabank. Doch noch ist die Übernahme nicht in trockenen Tüchern..

Die Dekabank-Zentrale in Frankfurt. Quelle: dpa

Die Dekabank-Zentrale in Frankfurt.

BERLIN/FRANKFURT. Die Landesbanken, die derzeit die Hälfte der Anteile halten, werden herausgekauft. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Nach der Landesbank Berlin wäre die Dekabank das zweite Institut, dass allein von den Sparkassen beherrscht wird.

Transaktion gilt rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres

Um die Landesbanken auszuzahlen, müssen 2,3 Milliarden Euro mobilisiert werden. Nach dem Plan sollen die Sparkassen 1,3 Milliarden Euro aufbringen, für eine Milliarde Euro soll die finanziell solide Dekabank eigene Anteile erwerben. Ihre Kapitalreserven würden entsprechend schrumpfen.

Auf dieses Modell, das die Dekabank auf 4,6 Milliarden Euro taxiert, hat sich eine kleine Verhandlungskommission verständigt. Sie besteht aus Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Claus Friedrich Holtman, Chef des ostdeutschen Sparkassenverbandes, Hans-Jörg Vetter, Vorstandschef der Landesbank Baden-Württemberg, Gunter Dunkel, Vorstandsvorsitzender der NordLB, und Helmut Schleweis, oberster Vertreter der Sparkassen beim DSGV.

Offiziell soll den zwölf Regionalverbänden der Sparkassen die Einigung am kommenden Mittwoch erläutert werden. Regt sich kein Widerstand, müsste jeweils eine außerordentliche Verbändeversammlung einberufen werden, um das Votum der einzelnen Sparkassen und ihrer Träger einzuholen. Die Transaktion soll rückwirkend zum 1. Januar 2011 gelten. Für die Sparkassen ergibt die vollständige Übernahme der Dekabank Sinn, schließlich vertreiben die Sparkassen ganz überwiegend die Fondsprodukte der Dekabank. Der bayerische Sparkassenpräsident Theo Zellner hat schon angekündigt, künftig mehr Einfluss auf die Fondsgestaltung ausüben zu wollen. Die Landesbanken hätten zugesagt, kein Konkurrenzgeschäft mit eigenen Fondstöchtern aufzuziehen, hieß es in Finanzkreisen.

Klar ist auch, dass alle Landesbanken durch die Trennung von ihren Dekabank-Anteilen ihr Kernkapital stärken können, da sie diese Beteiligung natürlich nicht mehr mit Kapital unterlegen müssen. Die NordLB bezifferte den Effekt auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Sie hält 10,3 Prozent an der Dekabank. Den größten Anteil mit knapp 15 Prozent hält die Landesbank Baden-Württemberg.

Kommentare (2)

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Ronny Gruber

07.01.2011, 09:58 Uhr

sicher keine schlechte Lösung. u.U. dürfte dies zur Reduzierung von interessenkonflikten beitragen

Hans Horn

07.01.2011, 21:27 Uhr

Dies dürfte sicherlich zur Konsolidierung mit einer einhergehenden Reduktion von Arbeitsplätzen kommen. Außerdem erhält der Sparkassen-Verband dann sehr viel, wenn nicht zu viel Macht gegenüber der Töchtergesellschaften. Gegenüber der genossenschaftlichen banken ein großes Plus.

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