Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.07.2011

17:11 Uhr

Formel 1

Ecclestone gesteht fragwürdige Zahlungen

Der Formel-1-Boss gibt zu, Millionen an den früheren BayernLB-Vorstand Gribkowsky gezahlt zu haben, der wegen Bestechlichkeit angeklagt ist. Er habe sich erpresst gefühlt.

Bernie Ecclestone beim Grand Prix in Istanbul. Quelle: Reuters

Bernie Ecclestone beim Grand Prix in Istanbul.

MünchenFormel-1-Chef Bernie Ecclestone hat erstmals eingeräumt, dem ehemaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky 44 Millionen Dollar gezahlt zu haben. Er habe sich erpresst gefühlt, sagte Ecclestone der britischen Zeitung „Daily Telegraph“. Gribkowsky habe ihm indirekt gedroht, die britische Steuerbehörde auf Finanzgeschäfte in Zusammenhang mit seiner Investmentgesellschaft Bambino Holdings hinzuweisen.

„Er hat mich erpresst und ich wollte kein Risiko eingehen. Bei der Investmentgesellschaft war nichts falsch. Gar nichts“, sagte Ecclestone dem Blatt. Er habe jedoch vermeiden wollen, sich womöglich jahrelang in kostspieligen Gerichtsprozessen gegen mögliche Anschuldigungen verteidigen zu müssen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag gegen Gribkowsky Anklage unter anderem wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung erhoben. Er soll beim Verkauf der Formel-1-Anteile der BayernLB kräftig mitkassiert haben. Gegen Ecclestone laufen derzeit noch Ermittlungen wegen Beihilfe zur Untreue. Hier ist eine Anklageerhebung noch offen.

Gribkowsky betreute 2006 als Risikovorstand für die BayernLB den Verkauf der Formel-1-Anteile an den britischen Finanzinvestor CVC Capital Partners. Mit Hilfe von Briefkastenfirmen auf Mauritius und den britischen Jungferninseln sollen die Bestechungszahlungen verschleiert worden sein. Die Anteile an der Formel 1 waren der BayernLB nach der Pleite der Kirch-Gruppe 2002 als Sicherheiten zugefallen. Zudem werfen die Ermittler Gribkowsky Unregelmäßigkeiten bei einem Grundstücksgeschäft vor. Der BayernLB soll insgesamt ein Schaden von knapp 66,5 Millionen Dollar entstanden sein. Gribkowsky sitzt seit Anfang Januar in Untersuchungshaft.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.07.2011, 23:52 Uhr

Der „normale“ Nürburgring – Fan kann sich angesichts der Finanzierungs- Kapriolen der verschiedenen Blutsauger in Deutschland und in anderen Ländern von diesem Treiben nur angewidert abwenden. Doch eins wird bei der Beschäftigung mit den deutschen „Heuschrecken“ vergessen. Und zwar der Totengräber Nummer Eins des Formel Eins - Zirkus namens B. Ecclestone¬¬. So etwa wird die Formel Eins –Traditionsstrecke Nürburgring ebenso wie andere Veranstalter in den finanziellen Ruin getrieben. Durch immer höhere Eintrittspreise, die sich in der Regel auf 500 Euro für einen Platz auf der Tribüne belaufen, versuchen die Streckenbesitzer die horrenden Forderungen des Briten zu refinanzieren. Dabei stehen den Automobil Clubs oder Verbänden, die nach außen hin die Rennen „verantworten“, nicht einmal die Einnahmen aus der vielfältigen Werbung an der Strecke zur Verfügung, auf die sich nämlich Berni auch Zugriff erpresst hat. Somit bleibt den sowieso schwächeren Partnern dieses Deals nur der Rückzug der Strecke aus dem Kalender oder als letzte Instanz schlussendlich der Steuerzahler als Auffanglösung übrig. Berni aber treibt fröhlich für die kapitalkräftige britische Heuschrecke CVC, der Erwerberin der Rechte zur Austragung von Formel Eins – Rennen, und für sich selbst jeweils zwei bis dreistellige Millionen Dollar-Beträge von den Besitzern der Rennstrecken ein. Auf diese kommen jährlich neue höhere Millionen – Forderungen von Berni und Konsorten zu, die zu einem dauerhaften Minus in den Kassen der Veranstalter führen. B. und Konsorten aber sind inzwischen Milliardäre geworden. Und die können sich das leisten, weil leider viel zu oft inkompetente Politiker wie der Rheinland- pfälzische MP und seine Mitregenten sich über den Tisch ziehen lassen oder jetztendlich skrupellos in die Staatskasse greifen, egal ob es dem Land nutzt oder nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×