Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.01.2011

12:58 Uhr

Frank Roth

HSH Nordbank zahlt Ex-Vorstand fünf Millionen

Im April 2009 hatte die HSH Nordbank ihren Vorstand Frank Roth entlassen. Zu Unrecht, wie sich inzwischen herausstellte. Nun soll er rund fünf Millionen Euro von dem krisengeschüttelten Institut bekommen.

Frank Roth hat sich mit der HSH geeinigt. Quelle: Pressebild

Frank Roth hat sich mit der HSH geeinigt.

HB HAMBURG. Die HSH Nordbank hat sich mit dem Anwalt des früheren IT- und Personalvorstands darauf geeinigt, ihm die Ansprüche aus seinem bis Juni 2011 laufenden Vertrag, Pensionsansprüche und eine Entschädigung in dieser Höhe zu zahlen. Das Gesamtpaket soll in mehreren Schritte ausgezahlt werden. Die Bank wollte sich nicht dazu äußern.

Damit erhält der 51-jährige Manager etwa doppelt soviel wie der wegen riskanter Finanzgeschäfte und Spitzelaffären in Ungnade gefallene Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher. Der Vorstandschef, der auf Druck der beiden Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein Ende März seinen Hut nehmen muss, erhält nach früheren Informationen aus seinem bis Ende 2012 laufende Vertrag sowie Pensionsansprüchen Zahlungen in Höhe von rund zwei Millionen Euro.

Als Nachfolger Nonnenmachers wurde der Investmentbanker Paul Lerbinger berufen. Der einstige Citigroup-Banker soll Anfang März bei der HSH anfangen und einen Monat später an die Spitze der staatlich gestützten Bank aufrücken.

Roth war im April 2009 von der HSH Nordbank unter dem Verdacht entlassen worden, geheime Unterlagen weitergegeben zu haben. Ermittlungen der schleswig-holsteinischen Generalstaatsanwaltschaft entlasteten den Bankmanager jedoch.

Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass die Bank gezielt falsche Spuren gelegt habe, um Roth zu diskreditieren.Daraufhin leitete die Bank den Rückzug ein. HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper entschuldigte sich bei Roth. Davor hatte er die Meinung vertreten, für ein Arrangement mit Roth sei "weder moralisch noch rechtlich irgendein Raum". Der Rechtskoordinator der Bank, Klaus Landry, räumte später ein, dass Roth "grob, falsch und schlecht" behandelt worden sei.

Teil des Kompromisses ist Angaben aus Roths Umfeld zufolge eine Verpflichtung der Aufsichtsrats, der nächsten Hauptversammlung zu empfehlen, Roth für die Jahre 2009 und 2010 zu entlasten. Damit macht die Bank deutlich, dass dem früheren Manager keine Verfehlungen zur Last gelegt werden. Roth ließ durch seinen Sprecher erklären, er sehe sich durch die ihn entlastenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und die Entschuldigung der Bank vollkommen rehabilitiert.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Beobachter

29.01.2011, 20:01 Uhr

Wann merken die Anteilseigner, was bei der HSH so alles passiert ist? Lesen die Herren kein Handelsblatt? Und wann wird Herr Kopper denn endlich in den Ruhestand geschickt? Viele Mitarbeiter würden applaudieren! Es ist meines Erachtens schon eine Anreihung von Skandalen in der HSH zu beobachten. Das sollte doch bald mal ein Ende finden! Ach so, fast vergessen: Herzlichen Glückwunsch Herr Roth und natürlich alles alles Gute für Sie!
Übrigens: in anderen Ländern dieser Welt würde ein sehr sehr kleiner Teil der nun fließenden Entschädigungszahlungen dafür ausreichen, Menschen zu "engagieren", die der "einen oder anderen Person" mal einen "netten besuch" abstatten. Danach sieht es dort dann immer wie in einer "indischen Würfelbude" aus. Unschön so etwas, aber es kommt halt vor. Wie gesagt, nur Gedanken aus einer anderen Welt. :-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×