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20.01.2015

13:37 Uhr

Franken-Freigabe

Schweizer Schock trifft immer mehr Banken

Nicht nur Schweizer Banken sind vom abrupten Ende der Franken-Deckelung betroffen. Immer mehr Institute in ganz Europa warnen vor Auswirkungen auf ihre Gewinne – zuletzt die dänische Saxo Bank.

Die rasante Aufwertung des Franken zum Euro hat viele Banken kalt erwischt. Reuters

Die rasante Aufwertung des Franken zum Euro hat viele Banken kalt erwischt.

Die Liste der europäischen Banken, die von dem abrupten Ende der Franken-Deckelung betroffen sind, wird immer länger. Mittlerweile haben auch die Schweizer Credit Suisse und die dänische Saxo Bank gewarnt, dass ihre Gewinne beeinträchtigt werden könnten

Credit Suisse, die zweitgrößte Schweizer Bank, signalisierte am Montag, die Wechselkursveränderungen könnten den Gewinn belasten, abhängig von den Gegenmaßnahmen des Managements. Bislang hätte sich die Volatilität nicht wesentlich auf die Kapitalquoten ausgewirkt, hieß es aus Zürich.

Die Schweizer Wirtschaft, Deutschland und die EU

Reger Warenaustausch

Zwischen der Schweiz und der EU besteht ein reger Warenaustausch. Die Schweiz exportierte 2013 nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWI) Waren im Wert von rund 90 Milliarden Euro (54,9 Prozent der Ausfuhren) in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Importe

Importiert wurden aus den Mitgliedstaaten der EU Waren im Wert von rund 108 Milliarden Euro (74,4 Prozent der gesamten Einfuhren).

Viertwichtigster Handelspartner

Die Schweiz ist viertwichtigster Handelspartner der EU nach USA, China und Russland. Exportiert werden Pharmazeutika, Industriemaschinen, Präzisionsinstrumente, Uhren.

Deutschland

Deutschland ist laut BMWI Zielland für rund ein Drittel der schweizerischen Exporte. Knapp ein Fünftel der schweizerischen Importe stammen aus Deutschland. Deutschland ist somit der mit Abstand wichtigste Wirtschaftspartner der Schweiz.

Wichtige Handelsbeziehungen

Aber auch für Deutschland sind die Handelsbeziehungen zur Schweiz von „enormer“ Bedeutung, schreibt das BMWI auf seiner Webseite. Die Schweiz nimmt demnach in der Rangliste der wichtigsten deutschen Handelspartner den 8. Rang sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen ein.

Mehr deutsche Produkte

2012 hatte die vergleichsweise kleine Schweiz (acht Millionen Einwohner) wertmäßig mehr deutsche Produkte eingeführt als beispielsweise Russland (142 Millionen Einwohner), Japan (127 Millionen Einwohner) oder Polen (38 Millionen Einwohner).

Deutsche in der Schweiz

290.000 Deutsche leben und arbeiten laut BMWI in der Schweiz. Deutsche bilden damit nur noch knapp nach Italienern (15,9 Prozent) die zweitstärkste Ausländergruppe (15,2 Prozent).

Nach Einschätzung von Andreas Venditti, Analyst bei Vontobel Securities in Zürich, „werden die Ergebnisse der Schweizer Banken deutlich niedriger ausfallen“. Die Auswirkungen würden davon abhängen, wie schnell die Firmen reagieren können und wie tiefgreifend ihre Maßnahmen sein werden, ergänzte er. „Die ganze Sache ist noch nicht vorbei“.

Die Saxo Bank in Kopenhagen erklärte, sie werde wahrscheinlich Verluste verzeichnen, da einige Kunden nicht über ausreichende Sicherheiten verfügten, um ihre Verluste aus dem Franken-Handel abzudecken. Selbst wenn die Verluste uneinbringlich wären, sei die Saxo Bank aber in der Lage, ihre Kapitalanforderungen zu erfüllen, hieß es weiter.

Kommentare (22)

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Account gelöscht!

20.01.2015, 13:44 Uhr

Niedrige Ergebnisse/Gewinne sind immer noch Ergebnisse/Gewinne. Und diese Gewinne/Ergebnisse werden zu Mitte dieses Jahr 2015 schon wieder prächtig nach oben gehen. Die Banken schüren gerne mal etwas Panik bei der Politik. Siehe ESM. Danke nochmal Fr. Merkel dafür, dass der deutsche Steuerzahler jetzt die Insolvenzkosten der Banken tragen darf.

Herr Werner Wilhelm

20.01.2015, 13:53 Uhr

Ich hätte mal ein ehrlich gemeinte Frage dazu: Was muss eine deutsche Bank gemacht haben um durch die Währungsaufwertung des Franken hohe Verluste eingefahren zu haben? Wenn ich das richtig gelesen habe, dann sind die Schweizer Aktien weniger als der Euro gefallen. Das heisst, man hätte doch Schweizer Wertpapiere schnell verkaufen und mit Gewinn in Euro umtauschen können.

Im Voraus vielen Dank für die Antworten.

Herr Tom Bauer

20.01.2015, 14:12 Uhr

Es kann hier nach meiner Meiung nur um z.B. Kredite gegangen sein, die auf Franken Basis geschlossen wurden und dann als Kredit einer anderen Währung weitergegeben wurden.
Beispiel: Europäische Bank nimmt Franken besicherten Kredit auf und gibt den als Euro Kredit (zum damaligen Wechselkurs) einem Investor in Spanien weiter.
Nun wertet der Franken auf: Das Geld muss in Franken zurück in die Schweiz, man selbst bekommt aber nur Euros aus Spanien rückbezahlt.
Fazit: Europäische Bank muss aktuell auf Euro Basis 20 % zusätzlich zurück in die Schweiz transferieren!

Jetzt stellen sie sich noch jede beliebige andere Geschäftigkeit vor ...

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