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24.02.2004

08:03 Uhr

Frankfurter Finanzdienstleister schraubt die Gewinnprognose nach oben

Deutsche Börse steigt in den außerbörslichen Handel ein

VonChristian Pothoff (Handelsblatt)

Die Deutsche Börse will im kommenden Jahr erneut Rekordgewinne erzielen und zugleich ein neues Geschäftsfeld erschließen. Vorstandschef Werner Seifert kündigte den Einstieg in die Abwicklung (Clearing & Settlement) von außerbörslichen Geschäften – vor allem Anleihen – an.

FRANKFURT/M. Im Gegensatz zu Aktien werden Anleihen zu einem großen Teil außerbörslich gehandelt. Die Börse will 30 Mill. bis 40 Mill. Euro in das Projekt namens „Apollo“ investieren, das in London angesiedelt sein soll.

Seifert sagte gestern auf einer Analystenkonferenz in London, dass der außerbörsliche Handel - auch OTC (over the Counter) genannt - ein deutlich größeres Volumen habe als der börsliche Handel von Wertpapieren. Von diesem Kuchen will sich die Deutsche Börse nun ein größeres Stück abschneiden und eine so genannte zentrale Gegenpartei (CCP) für festverzinsliche Papiere anbieten. Der Frankfurter Finanzdienstleister betreibt bereits eine solche Stelle für das Derivatgeschäft und seit vergangenem Jahr auch eine für den Aktienhandel. Die zentrale Gegenpartei vereinfacht die Abwicklung von Wertpapiergeschäften und verringert das Risiko der Marktteilnehmer, in dem er das Risiko übernimmt, dass ein Handelspartner ausfällt.

Seifert betonte, dass der Erfolg von „Apollo“ maßgeblich davon abhänge, dass sich die großen Akteure auf dem OTC-Markt – dazu zählen etwa der Inter-Broker-Dealer ICAP – für das Vorhaben interessierten. Zugleich stellte er klar, dass sich die Börse auf die Abwicklung von OTC-Geschäften beschränken wolle und nicht den Handel selbst anbieten werde. „Das Vorhaben klingt interessant, ist aber noch wenig konkret“, urteilte Peter Barkow, Analyst von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die Börsianer nahmen die Pläne eher zurückhaltend auf. Der Aktienkurs gab überdurchschnittlich deutlich um 1,7 Prozent nach.

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