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19.01.2005

10:25 Uhr

Französische Finanzaufsicht AMF

Verfahren gegen Vivendi und Deutsche Bank

Im Zusammenhang mit der Emission einer Anleihe im November 2002 hat die französische Finanzmarktaufsicht AMF ein formelles Verfahren gegen Frankreichs größten Medienkonzern Vivendi Universal und die Deutsche Bank eingeleitet.

HB PARIS. „Ich bestätige, dass die AMF als Ergebnis von im November 2002 aufgenommenen Ermittlungen wegen der Bedingungen einer Bond-Emission verschiedene Verfahren eingeleitet hat“, sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag in Paris. Diese richteten sich gegen das Unternehmen selbst und seine beiden Spitzenmanager. Eine weitere Beschwerde sei gegen die Deutsche Bank erhoben worden, die die Bonds verkauft habe. Die Beschwerden werden vor der Disziplinar-Kommission der AMF verhandelt.

Vivendi teilte dazu mit, die AMF werfe Aufsichtsrats-Chef Jean-Rene Fourtou und Vorstandschef Jean-Bernard Levy Insiderwissen im Zusammenhang mit dem Verkauf von US- Vermögenswerten und der Ausübung einer Option zum Kauf des Telekom-Unternehmens Cegetel zu dem Zeitpunkt vor, als Vivendi im November 2002 seine Wandelanleihe begeben habe. Vivendi bestritt dies. Die Deutsche Bank bestätigte Beschwerden wegen ihrer Rolle beim Verkauf der Anleihe. Diese beträfen technische und Verfahrensaspekte, sagte ein Sprecher des Instituts. Einzelheiten nannte er nicht.

Nach Ansicht der AMF wussten Fourtou und Levy zur Zeit des Verkaufs der Anleihe, dass der US-Investor Marvin Davis am Kauf von US-Vermögenswerten des Konzerns interessiert war, teilte Vivendi mit. Das Interesse von Davis habe jedoch den Bereichen gegolten, die nicht zum Verkauf gestanden hätten. Sein Angebot sei vom Board zurückgewiesen worden, bevor die Anleihe begeben worden sei. „Deshalb kann das nicht als Insiderinformation gewertet werden“, hieß es in der Stellungnahme Vivendis.

In einer zweiten Beschwerde wirft die AMF Fourtou und Levy vor, zum Zeitpunkt der Bond-Emission gewusst zu haben, dass Vivendi vermutlich seine vorrangigen Rechte zum Kauf von Aktien der von British Telecom gehaltenen Cegetel ausüben werde. Vivendi zufolge wurde die Entscheidung zum Kauf der Anteile jedoch erst am 3. Dezember 2002 bei einem Treffen des Verwaltungsrates getroffen.

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