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05.11.2015

12:39 Uhr

Französische Großbank

Auch Société Générale streicht Tausende Stellen

Der Gewinn steigt, vor allem Dank eines besseren Privatkundengeschäfts. Dennoch baut Société Générale Arbeitsplätze ab und streicht das Filialnetz zusammen. Der Bankchef will künftig einen anderen Schwerpunkt setzen.

Tausende Stellen im Privatkundengeschäft sollen gestrichen werden. AFP

Société Générale

Tausende Stellen im Privatkundengeschäft sollen gestrichen werden.

ParisBei der französischen Großbank Société Générale („SocGen“) ist der Gewinn im dritten Quartal um 28 Prozent gestiegen. Ein besseres Ergebnis im Privatkundengeschäft, in dem Filialschließungen geplant sind, konnte den Rückgang bei den Handelserträgen mehr als ausgleichen. Der Aktienkurs stieg nach Bekanntgabe der Zahlen um mehr als fünf Prozent.

Der Nettogewinn erhöhte sich von 882 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,13 Milliarden Euro, wie die zweitgrößte französische Bank am Donnerstag aus Paris mitteilte. Das Ergebnis übertraf die durchschnittliche Erwartung der sechs von Bloomberg befragten Analysten, die mit 840 Millionen Euro gerechnet hatten.

Im französischen Privatkundengeschäft kletterte der Gewinn mit steigenden Erträgen und sinkenden Rückstellungen für Problemkredite um 17 Prozent. Die Bank kündigte an, ihren Vorstoß in Online-Banking und Dienstleistungen über mobile Endgeräte zu verstärken. Dazu sollen 1,5 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren in „digitale Initiativen“ investiert werden. Zugleich will die Bank ihr französisches Filialnetz um 20 Prozent verkleinern.

Stellenabbau-Pläne europäischer Großbanken

Barclays

Derzeit: 132.300 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 19.000 Stellen bis 2016

Bei Barclays waren zunächst 30.000 Stellen im Gespräch, die wurden jedoch nicht bestätigt. Der Plan sieht vor 19.000 Stellen bis 2016 zu streichen.

Credit Suisse

Derzeit: 140.000 Stellen

Abgebaut werden: 19.000 Stellen

Deutsche Bank

Derzeit: 103.000 (nach geplanter Festeinstellung externer Kräften)

Abgebaut werden: 26.000 Stellen (ein Großteil durch Verkauf der Postbank)

HSBC

Derzeit: 259.834 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 50.000 Stellen bis 2017

Standard Chartered

Derzeit: 84.000 Mitarbeiter

abgebaut werden: 15.000 Stellen

Unicredit

Derzeit: 146.600 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 18.200 Stellen, 6.000 davon durch die Abspaltung der Fondsgesellschaft Pioneer und den Verkauf der Ukraine-Tochter

Die Bank wird im Privatkundengeschäft Stellen im „Bereich von Tausenden“ streichen und führe dazu Gespräche mit den Gewerkschaften, wie der stellvertretende Bankenchef Séverin Cabannes im Interview mit Bloomberg TV mitteilte. Für den Bereich Firmenkunden- und Investmentbankengeschäft schloss er Stellenstreichungen über das bereits angekündigte Maß hinaus jedoch aus.

Rückgang im Handel

Die Bank habe aufgrund einer guten Geschäftsentwicklung und einer anhaltenden Kontrolle von Kosten und Risiken solide Ergebnisse vorgelegt, erklärte Bankenchef Frédéric Oudéa in der Mitteilung. In einer Zeit, da sich die digitale Revolution im Bankensektor beschleunige, habe die Bank entschieden, bei der Transformation des französischen Privatkundenmodells schneller und weitgehender voranzuschreiten.

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