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20.02.2013

10:26 Uhr

Französische Großbank

Crédit Agricole türmt Rekordverlust auf

Die französische Großbank erleidet den höchsten Verlust seit dem Börsengang 2001. Vor allem ein unerwartet hoher Steuerbescheid belastet das Ergebnis der Crédit Agricole. Sie hatte die griechische Tochter losgeschlagen.

Die französische Crédit Agricole fährt einen hohen Verlust ein. Reuters

Die französische Crédit Agricole fährt einen hohen Verlust ein.

ParisAbschreibungen und hohe Steuern auf den Verkauf einer Tochtergesellschaft in Griechenland haben der französischen Bank Crédit Agricole 2012 den höchsten Verlust seit dem Börsengang 2001 eingebrockt. Das Kreditinstitut verzeichnete ein Minus von 6,47 Milliarden Euro, wie das Spitzeninstitut der französischen Genossenschaftsbanken mitteilte. Allein im vierten Quartal fiel ein Verlust von 3,98 Milliarden Euro an. Die Aktionäre müssen nun auf die Dividende verzichten.

Nach Angaben von Bankmanagern hatte die unerwartete Entscheidung der französischen Steuerbehörden gegen eine Steuerermäßigung beim Verkauf der griechischen Tochter Emporiki Bank gravierende Konsequenzen. Diese Entscheidung habe das Institut mit 838 Millionen Euro belastet. „Die Regierung hat uns erst am Montag gesagt, dass diese Verluste nicht mehr steuerwirksam sind“, sagte Finanzvorstand Bernard Delpit. Insgesamt summierten sich die Abschreibungen im vierten Quartal auf 4,53 Milliarden Euro.

Das sind die größten Banken Europas

Platz 9

Barclays (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro

Platz 9

Deutsche Bank (Deutschland) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro

Platz 8

Royal Bank of Scotland (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,6 Milliarden Euro

Platz 7

UBS (Schweiz) - Marktkapitalisierung (2011): 41,3 Milliarden Euro

Platz 6

BNP Paribas (Frankreich) - Marktkapitalisierung (2011): 45,4 Milliarden Euro

Platz 5

Standard Chartered (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 45,5 Milliarden Euro

Platz 4

Allied Irish Banks (Irland) - Marktkapitalisierung (2011): 48,8 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander (Spanien) - Marktkapitalisierung (2011): 54,3 Milliarden Euro

Platz 2

Sberbank (Russland) - Marktkapitalisierung (2011): 55,9 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC Holdings (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 120,8 Milliarden Euro

Bereits vor wenigen Wochen hatte die Bank hohe Abschreibungen angekündigt. Diese wurden auf rund vier Milliarden Euro geschätzt. Mit dem überraschend hohen Steuerbescheid fällt das Ergebnis aber noch schlechter aus. Die Crédit Agricole hatte nach dem Verkauf ihrer griechischen Tochter Emporiki Bank Wertberichtigungen von 1,96 Milliarden Euro vornehmen müssen.

Die Bank Emporiki war an die griechische Alpha Bank gegangen. Die Franzosen bekamen dafür nur einen symbolischen Euro, mussten aber 550 Millionen Euro frisches Kapital nachschießen. Seit 2006 hatte der Credit Agricole rund zehn Milliarden Euro in die Bank Emporiki gepumpt.

Ohne Sondereffekte hätte Credit Agricole allerdings 548 Millionen Euro verdient, zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor und deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Das trieb die Aktie um 3,3 Prozent nach oben, obwohl die Dividende für 2012 gestrichen wurde.

Dennoch kämpfte die Bank mit Problemen im operativen Geschäft. Bei der Crédit Agricole fiel der operative Gewinn um 80 Prozent auf 542 Millionen Euro. Die sinkenden Erträge konnten nur teilweise durch niedrigere Kosten und eine geringere Risikovorsorge kompensiert werden.

Im vergangenen Jahr hatte Crédit Agricole – wie auch zahlreiche andere Banken in Europa – massiv Stellen gestrichen und 1.750 Mitarbeiter vor die Tür gesetzt. Aus Italien hatte sich die Bank aber nicht zurückgezogen. Dort leidet die Bank immer noch unter dem Kredit- und Konsumkreditgeschäft, in dem Abschreibungen fällig wurden. Die Tochter Cariparma will nun 720 Stellen streichen, in etwa doppelt so viele wie bisher geplant. Auch die Beteiligung an der portugiesischen Banco Espirito Santo verlor angesichts der Schuldenkrise an Wert.

Kommentare (5)

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Insolvenzverschleppung

20.02.2013, 09:56 Uhr

Viele europäische Banken und viele europäische Bürger sind pleite/überschuldet. Die Banken sitzen auf faulen Krediten, die niemals zurückbezahlt werden können.
Das gleiche gilt für die Staaten, welche ebenfalls heillos überschuldet sind, hier wie dort ist keine Rückzahlung der Schulden mehr möglich!
Aus der Überschuldung herauswachsen kann man ebenfalls nicht mehr, da die Märkte übersättigt sind.
Unglaublich, wieviele nagelneue Mittelklasse- und Luxusklasse-Autos allein in D auf Halde stehen und vor sich hin gammeln, nicht verkauft werden können.
Das Jobwunder Deutschland fand nur im Niedriglohn- und Leiharbeitssektor statt.
Wirklich gutbezahlte Arbeit mit festem Arbeitsvertrag gibt es seit Euroeinführung und der Agenda 2010 schon lange nicht mehr für abhängig Beschäftigte mit Berufsabschluß. Frau von der Leyen sollte mal ihr Ministerium verlassen und sich unter die Leute mischen, dann würde Sie erkennen, wieviele Menschen mittlerweile immer weiter abgerutscht sind. Einfach mal vor einen x-beliebigen Discountmarkt stellen und die Menschen beobachten, auf ihre Kleidung achten, auf das äußere Erscheinungsbild achten. Sofort werden Ihnen Frau von der Leyen die Augen aufgehen. Die Sozial- und Arbeitsmarktpolitik der letzten 10 Jahre schafft zunehmende Armut, Verwahrlosung und letzten Endes Kriminalität. Dazu kommen jetzt noch ab 1. Januar 2014 die Bulgaren und Rumänen ins Land. Dank EU können diese Landsmannschaften jetzt ungehindert in D einreisen, 3 Monate hier fest arbeiten und dann EU-garantiert Hartz IV abkassieren! Ich bin gespannt, wann die ersten aufgebrachten, arbeitslosen Deutschen die Roma durch die Straßen Duisburgs jagen.
Die Politik hat in Einklang mit der Wirtschaft und dem Großkapital dieses Land und seine Menschen kontinuierlich enteignet. Die Einführung des Euros ohne demokratische Legitimation durch Volksabstimmung war ein Verbrechen am deutschen Volk. Es war eine Währungsreform zum Kurs von 1,00 €-1,95583 D-Mark / Kaufkraftverlust mind. 50%!



Account gelöscht!

20.02.2013, 10:29 Uhr

So sehen das die meisten Deutschen ... und gehen nicht mehr zu Wahlen. Der Unzufriedenheit folgt der Aufstand - auch in Deutschland.

Account gelöscht!

20.02.2013, 10:52 Uhr

höchste Zeit dass hier ein Aufstand stattfindet der sich gewaschen hat.

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