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16.02.2012

07:28 Uhr

Französische Grossbank

Société Générale bricht der Gewinn weg

Gewinneinbruch bei der Société Générale: Im Schlussquartal ist die zweitgrößte französische Bank nur knapp in den schwarzen Zahlen gelandet. Das Investmentbanking hat beinahe den gesamten Überschuss aufgefressen.

Die Investment-Sparte hat fast alle Gewinne des Privatkundengeschäfts aufgefressen. AFP

Die Investment-Sparte hat fast alle Gewinne des Privatkundengeschäfts aufgefressen.

ParisDie zweitgrößte französische Bank Société Générale hat im Schlussquartal einen Verlust nur knapp vermieden. Das Geldhaus wies die letzten drei Monate des Jahres 2011 einen auf 100 (Vorjahreszeitraum: 874) Millionen Euro geschrumpften Nettogewinn aus. Der Überschuss brach um 89 Prozent ein, wie das Institut am Donnerstag in Paris mitteilte. Dies lag vor allem an einem enttäuschenden Ergebnis im Investmentbanking und Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen.

Die Folgen der Euro-Schuldenkrise führten in der Investment-Sparte zu einem Quartalsverlust von 482 Millionen Euro. Dagegen erwirtschaftete das Privatkundengeschäft weitgehend stabile Gewinne. Auf eine Dividende müssen die Aktionäre wie bereits angekündigt verzichten. Damit will die Bank die neuen Kapitalanforderungen erfüllen. Die beim europäischen Banken-Stresstest ermittelte Kapitallücke von 2,1 Milliarden Euro hat das Institut nach eigenen Angaben bereits geschlossen.

Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 190 Millionen Euro gerechnet.

Wo Banker in Europa am meisten verdienen

Gehalt und Leistung

Ein erstes Urteil fällt eine Studie des unabhängigen Equity-Research-Unternehmens Alpha Value schnell: Banker verdienen zu viel. Im Schnitt sind es rund 40 Prozent mehr als andere Industrien. Dies steht im krassen Gegensatz zu der Performance der Geldhäuser – Aktionäre haben seit 2007 mit Bankentitel rund 86 Prozent an Vermögen verloren. Ein kurze Übersicht, wo in Europa wie viel verdient wird.

Platz 13

In Belgien haben Banker 2010 laut einer Studie von AlphaVille 250.700 Euro verdient. Im Vorjahr war es mehr als doppelt so viel. Die Summen beziehen sich auf Durchschnittgehälter von leitenden Managern.

Platz 12

Die Banker in Norwegen haben dagegen 2010 mehr verdient als im Jahr davor, nämlich im Schnitt 538.000 Euro.

Platz 11

Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden verdient man als Banker durchschnittlich "nur" 623.000 Euro, ein wenig mehr als 2009.

Platz 10

Die Banker in Dänemark haben es noch so gerade in die Top Ten geschafft: Sie verdienten 2010 im Schnitt 797.000 Euro.

Platz 9

Vielleicht eine kleine Überraschung, die Portugiesen in diesem Ranking so weit oben zu sehen. Aber nur weil das Land kein richtig großes Institut hat, können die Banker ja dennoch ordentlich verdienen: 846.000 Euro waren es durchschnittlich - übrigens deutlich mehr als 2009.

Platz 8

Einen kräftigen Schluck aus der Pulle haben sich die französischen Banker gegönnt: Ihr Durchschnittgehalt stieg auf 865.000 Euro. Im Vorjahr waren es "nur" knapp 600.000 Euro.

Platz 7

Auf Rang sieben überspringt Österreich die "magishe" Millionengrenze: In der Alpenrepublik verdienen Top-Banker im Schnitt 1,25 Millionen Euro.

Platz 6

Auch in Schweden kann man in Geldhäusern gutes Geld verdienen: 1,36 Millionen Euro waren es 2010.

Platz 5

Die Italiener schaffen es in die Top Five. Die leitenden Angestellten von Unicredit, Intesa und Co. verdienen durchschnittlich 1,9 Millionen Euro.

Platz 4

Bis zu unseren deutschen Bankern auf Rang vier ist es ein gewaltiger Sprung: Hierzulande verdienen leitende Manager 3,3 Millionen Euro. 2009 war es mit 3,5 Millionen Euro übrigens ein wenig mehr.

Platz 3

Sozusagen aufs Treppchen haben es die Funktioniere in Spanien geschafft: Hier lag das Gehalt bei 3,7 Millionen Euro.

Platz 2

Noch ein wenig mehr gibt es in der Schweiz, nämlich 4,4 Millionen Euro. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten in Zürich oder Genf auch ein gutes Stück höher als in Deutschland.

Platz 1

Mit weitem Abstand gibt es in Großbritannien am meisten zu verdienen: 5,8 Millionen Euro verdienen die Banker in London. Kein Wunder, tun hier doch sehr viele Investmentbanker ihr Werk, die gewohnheitsmäßig auf überdurchschnittliche Vergütungen kommen.

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