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27.02.2004

08:25 Uhr

Französischer Versicherer glänzt mit guten Ergebnissen, die über den Erwartungen der Analysten liegen.

Axa gibt deutscher Tochter Kapitalspritze

VonHolger Alich

Der französische Versicherer Axa hat seiner deutschen Tochter im vergangenen Jahr eine Kapitalspritze von 350 Mill. Euro gegeben. Das sagte Axa-Finanzvorstand Denis Duverne dem Handelsblatt.

PARIS. Die deutsche Axa Konzern AG hatte auf Grund einer hohen Aktienquote besonders stark unter der Börsenkrise gelitten und führte Ende 2002 rund zwei Mrd. Euro unterlassene Abschreibungen vor sich her. Der deutsche Axa-Chef, Claus-Michael Dill, hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, die aufgeschobenen Wertberichtigungen in diesem Jahr zum größten Teil nachzuholen. Die Kapitalstärkung für Deutschland begründete der Axa-Finanzvorstand auch mit dem steigenden Geschäftsvolumen der deutschen Tochter. Hintergrund: Versicherer müssen ihr Geschäft zu einem bestimmten Anteil mit Eigenkapital unterlegen.

„Solche Transaktionen sind für eine weltweit tätige Gruppe wie der Axa nichts Besonders. Das Eigenkapital wird dort eingesetzt, wo es gebraucht wird“, sagte Duverne. Im vergangenen Jahr hat Axa seinen Töchtern mit insgesamt 980 Mill. Euro Eigenkapital unter die Arme gegriffen. „Der größte Teil davon ging nach Japan, ein geringer Betrag war für die Aktivitäten in Großbritannien bestimmt“, sagte Duverne.

Zudem hat die deutsche Axa nach seinen Angaben im vergangenen Jahr für 700 Mill. Euro ihre Anteile am Rückversicherer General Cologne Re an den Mehrheitsaktionär Berkshire Hathaway verkauft. Mit diesem Geld hat die deutsche Axa ein Darlehen zurückgezahlt, das sie bei der Mutter aufgenommen hatte, um den Versicherer Albingia im Jahr 1999 zu kaufen.

Die Kapitalspritze dürfte dabei geholfen haben, dass Standard & Poor’s das Rating für die drei deutschen Axa-Gesellschaften (Versicherung, Kranken, Leben) mit „AA-“ mit stabilem Ausblick bestätigt hat. Der Mutter Axa S.A. bescheinigen die Analysten erneut ein „A“-Rating.

Trotz einiger Baustellen im Konzern (siehe Kasten) hat der französische Konzern, Europas zweitgrößter Versicherer nach der Allianz, im vergangenen Jahr gut verdient und die Erwartungen der Analysten übertroffen. So stieg der Netto-Gewinn nach französischer Rechnungslegung um sechs Prozent auf rund eine Mrd. Euro, das Betriebsergebnis legte um 21 Prozent auf zwei Mrd. zu. „Axa hat damit zum fünften Mal in Folge das Betriebsergebnis gesteigert“, sagte Axa-Chef Henri de Castries. Bei Bekanntwerden der Zahlen legte die Axa-Aktie deutlich zu, im Laufe des Handels schmolz das Kursplus wieder ab.

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