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20.01.2005

07:47 Uhr

Französischer Versicherer würde gern mehr Kapital in Aktien anlegen – Für Übernahmen offen

Axa-Chef beklagt starke Regulierung

Axa-Chef Henri de Castries kritisiert ein „aktienfeindliches Umfeld“, das derzeit Aufsichtsbehörden, Finanz- und Ratinganalysten sowie die neuen Bilanzregeln IFRS schaffen würden. „Die Versicherer werden derzeit aus den Aktien gedrängt“, sagte de Castries gestern in einem Pressegespräch.

ali PARIS. „Das ist falsch, weil der Industrie damit langfristig die Mittel fehlen.“ Derzeit stünden die Eigenkapitalkosten für Aktieninvestments in einem Missverhältnis zu den Kapitalanforderungen für Anlagen in Anleihen. „Das werden die Leute erst merken, wenn die Zinsen wieder steigen, sagte der Chef des französischen Versicherers.

Versicherer zählen zu den größten institutionellen Anlegern. Doch nach dem Platzen der Spekulationsblase im Jahr 2000 sowie den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatten die stark fallenden Aktienkurse vielen Versicherer hohe Verluste beschert. Die deutsche Mannheimer Gruppe brachte die Aktienkrise an den Rand des Zusammenbruchs. Als Konsequenz verringerten viele Versicherer weltweit ihre Aktienengagements – auch auf Druck der Aufsichtsbehörden.

„Die Aufseher haben immer die Neigung, Antworten für die vergangenen Krisen zu formulieren“, höhnt der Axa-Chef. Auch sein Haus hat unter der verstärkten Vorsicht der Aufseher gelitten; in Deutschland senkte die Axa auf Druck der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ihre Aktienquote drastisch, was der Axa Verluste bescherte.

Die neuen Bilanzregeln IFRS, de-nen zufolge die Versicherer ihre Aktienbestände zu Marktwerten buchen müssen, verstärkten das Problem. „Das einzige, was nach IFRS keine Volatilität in der Bilanz auslöst, ist Cash. Ist das das beste Investment?“, fragte de Castries rhetorisch. Die Axa habe ihre Aktienquote dennoch bei 14 Prozent vergleichsweise hoch gelassen.

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