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03.01.2012

13:46 Uhr

Friedrich von Metzler

„Der Euro wird bleiben“

VonPeter Köhler, Robert Landgraf

ExklusivFür den Privatbankier Friedrich von Metzler gab es schon größere Turbulenzen als die derzeitige Euro-Krise. Im Interview sagt er, was die Probleme lösen könnte - und, warum Größe auf dem Finanzmarkt eine Gefahr ist.

Friedrich von Metzler ist Chef des Bankhauses Metzler. Sogar Bundeskanzlerin Merkel hört auf seinen Rat. BOSTELMANN / BILDFOLIO für Handelsblatt

Friedrich von Metzler ist Chef des Bankhauses Metzler. Sogar Bundeskanzlerin Merkel hört auf seinen Rat.

Handelsblatt: Herr von Metzler, schämen Sie sich, Banker zu sein in diesen Tagen?

Friedrich von Metzler: Nein, ich schäme mich nicht. Natürlich gibt es in jeder Branche Übertreibungen. Zum Teil werden die Banken nun aber für Dinge in Anspruch genommen, die sie nicht verschuldet haben. Wir haben ja aktuell weniger eine Bankenkrise als eine Staatsverschuldungskrise.

Die Europäische Zentralbank (EZB) flutet die Märkte. Beim Dreijahreskredit wurden fast 500 Milliarden Euro in das Bankensystem gepumpt. Schreckt Sie das?

Nein, dem Markt fehlt nach wie vor Liquidität, und die EZB geht mit der Aufgabe verantwortungsvoll um. Man kann die Staats- und Bankenkrise auch nicht voneinander getrennt sehen. Es kann kein starkes Finanzsystem geben, wenn der Staat schwach ist. Deshalb hilft der Dreijahreskredit der EZB, den Banken und den Staaten.

Nutzen Sie dieses Angebot?

Nein, definitiv nicht. Wir haben genügend Eigenkapital und Liquidität.

Bringt die EZB jetzt die Wende in der Finanzkrise?

Nun, die Renditen am kurzen Ende beispielsweise von Spanien sinken ja schon. Man sieht: Da wirkt was! Man kann hoffen, dass es die Wende ist.

... also Optimismus für 2012?

Die Regierungen in Europa gehen die strukturellen Probleme an, kurzfristig haben wir allerdings das Liquiditätsthema. Die Refinanzierungsprobleme der Staaten und Banken werden sich bis März entscheiden. Entweder gibt es nach dem ersten Quartal noch einmal eine ganz starke Verspannung, oder die Krise ist vorbei. Dann gehen wir in eine lange Phase der Konsolidierung und schmerzlichen Verteilung der Lasten. Das wird uns dauerhaft beschäftigen. Aber wenn wir das erste Quartal überstehen, dann ist die akute Krise vorbei.

Wie hoch ist dafür die Wahrscheinlichkeit?

Ich würde sagen, 60 zu 40, dass es dann besser wird.

Kommentare (8)

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Machiavelli

03.01.2012, 14:28 Uhr

Die enorme Gewinne die deutsche Großkonzerne im Euroraum realisiert haben, sind, wegen des starken Euro, fast allein ins Nichteuroausland reinvestiert worden. Bsp.: VW will größter Autobauer der Welt werden und baut Fabriken in der ganzen Welt mit Gewinne die im Euroraum realisiert wurden.
Wer die Gewinne macht ist eigentlich nicht so wichtig, wichtig ist nur dass sie da reinvestiert werden wo sie realisiert wurden damit auch die Wirtschaften dieser Länder nicht eingehen.
Dies wirkt sich wie eine Kapitalflucht vom Euroraum ins Nichteuroausland, über den permanenten deutscher Leistungsbilanzüberschuss, werden etliche Euroländer zur Armut geführt.
Das dürfen wir uns Europäer aller Couleurs und aller Ländern nicht gefallen lassen, mit allen Mitteln, legal oder illegal, muss das verhindert werden.

Charly1

03.01.2012, 15:01 Uhr

Die Aussage "Man muss eine Balance finden bei der Lastenverteilung" ist irreführend. Es müssen lediglich zwei Dinge geschehen :
1. Der völlig aus den Fugen geratene Sozialstaat muß endlich auf Normalgröße zurückgeführt werden. ( Kürzung um 60 %)
2. Das politische Gesamtsystem muß modernisiert werden.(Reduzierung der Parlamentssitze um 70 % , Einführung wesentlicher Elemente der direkten Demokratie , Abschaffung der Berufspolitiker).
.. und schon ist Geld ohne Ende dar.

aruba

03.01.2012, 15:56 Uhr

Guten Tag,.... Ich sehe in Herrn von Metzler einen " Bankier "..... Bankiers unterscheiden sich grundlegend von Bankern. Bankiers sind Leute die versuchen das Ihnen anvertraute Geld zu mehren. ( Ich war Bankier ) Banker versuchen das Ihnen Anvertraute Geld zu veruntreuen. Dass die Bratpfanne auf Herrn von Metzler hoeren soll;.... nun ja,.... davon habe Ich noch nichts gemerkt. Sie umgibt sich lieber mit Kerlen die anderer Leute Geld veruntreuen als mit solche die es mehren. Besten Dank

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