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18.01.2012

20:33 Uhr

Frühere Vorstandsmitglieder

HSH Nordbank prüft nun selbst rechtliche Schritte

Nachdem die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die sechs Vorstände der HSH Nordbank erhob, prüft auch das Institut selbst nun die Einleitung rechtlicher Schritte gegen ihr ehemaliges Führungsgremium.

Der Haupteingang des Hamburger Unternehmenssitzes der HSH Nordbank. dapd

Der Haupteingang des Hamburger Unternehmenssitzes der HSH Nordbank.

HamburgNach der Anklage der Staatsanwaltschaft gegen den früheren Vorstand der HSH Nordbank prüft nun auch die Bank selbst, ob sie rechtliche Schritte gegen die Mitglieder ihres Führungsgremiums von 2007 einleitet. Die HSH Nordbank habe sich um Zugang zu der Anklageschrift und den Beweismitteln bemüht, auf welche sich die Anklage stützt, teilte der Aufsichtsratsvorsitzende Hilmar Kopper am Mittwochabend in Hamburg mit. Einen Antrag auf Akteneinsicht habe das zuständige Gericht Anfang des Monats unter Verweis auf Beschwerden einzelner Angeschuldigter zurückgewiesen. Ob und wann die Bank Akteneinsicht erlangen werde, sei derzeit noch nicht abzusehen.

Ungeachtet dieser Schwierigkeiten prüfe der Aufsichtsrat der Bank, ob die neue Sachlage es gebiete, die bisherige Bewertung der Verantwortlichkeiten der früheren Vorstände zu ändern. „Sollte dies der Fall sein, wird der Aufsichtsrat gebotene rechtliche Schritte gegen frühere Vorstandsmitglieder einleiten“, heißt es in der Erklärung Koppers. Bislang ging der Aufsichtsrat davon aus, dass die Vorstände ihre Pflichten nicht verletzt hätten.

Die Staatsanwaltschaft hatte Ende Dezember Anklage gegen die sechs Vorstände des Instituts erhoben, der im Dezember 2007 für das sogenannte Geschäft „Omega 55“ verantwortlich waren. Der Vorwurf lautet auf Untreue, zwei der Vorstände werden zudem wegen unrichtiger Darstellung angeklagt, das ist Bilanzfälschung.

Bei „Omega 55“ handelte es sich nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft um ein wirtschaftlich unsinniges Geschäft, mit dem der Vorstand unzulässig hohe Risiken zu Lasten der Bank eingegangen sei und einen Vermögensschaden von 180 Millionen Euro verursacht habe. Das Landgericht Hamburg hat die Klage noch nicht zur Hauptverhandlung zugelassen; die Anwälte der Beschuldigten versuchen das zu verhindern.

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