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28.12.2016

13:58 Uhr

Für 510 Millionen Euro

Euronext übernimmt Konkurrenten-Tochter Clearnet

Die Übernahme des Abwicklungshauses Clearnet durch Euronext rückt immer näher. Für den Zukauf soll Euronext mehr als 500 Millionen Euro an den Konkurrenten LSE überwiesen – die Verhandlungen stehen vor dem Abschluss.

Der Verkauf des Abwicklungshauses Clearnet an die Mehrländerbörse Euronext steht offenbar kurz bevor. Laut Medienberichten zahlt Euronext seinem Konkurrenten LSE für die Übernahme rund 510 Millionen Euro. LSE wiederum will durch den Verkauf die Bedenken der EU-Wettbewerbshüter gegen eine Fusion mit der Deutschen Börse mindern. Reuters

Vor dem Abschluss

Der Verkauf des Abwicklungshauses Clearnet an die Mehrländerbörse Euronext steht offenbar kurz bevor. Laut Medienberichten zahlt Euronext seinem Konkurrenten LSE für die Übernahme rund 510 Millionen Euro. LSE wiederum will durch den Verkauf die Bedenken der EU-Wettbewerbshüter gegen eine Fusion mit der Deutschen Börse mindern.

FrankfurtDer Verkauf des französischen Abwicklungshauses Clearnet an die Mehrländerbörse Euronext steht einem Zeitungsbericht zufolge kurz bevor. Der Pariser Börsenbetreiber werde rund 510 Millionen Euro für die Clearing-Tochter des britischen Rivalen LSE zahlen, berichtete die „Financial Times“ am Mittwoch unter Berufung auf zwei mit den Gesprächen vertraute Personen. Mit der Transaktion will die LSE die Bedenken der EU-Wettbewerbshüter gegen eine Fusion mit der Deutschen Börse ausräumen. Die Übernahme solle noch in dieser Woche öffentlich gemacht werden.

Reuters hatte schon vor Weihnachten über exklusive Gespräche mit der Euronext berichtet. Laut „FT“ sind die Differenzen über die Konditionen des Verkaufs inzwischen ausgeräumt, die die Verhandlungen ins Stocken gebracht hätten.

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Um kartellrechtliche Bedenken für ihre Fusion mit der Deutschen Börse auszuräumen, will die LSE ihre französische Clearing-Sparte an Euronext verkaufen. Experten zweifeln, ob den EU-Wettbewerbshütern das genügt.

LSE und Deutsche Börse hoffen, mit dem Verkauf auch die französische Politik milde zu stimmen, die in Brüssel bisher Stimmung gegen die gut 25 Milliarden Euro schwere Fusion macht. Der französische Finanzminister Michel Sapin hat gewarnt, durch die Fusion könne ein übermächtiger Konzern entstehen, der einen Großteil der Finanzmarktinfrastruktur in Europa kontrolliere. Frankreich treibt die Sorge um, dass die Euronext durch den Deal noch weiter an den Rand gedrängt wird. Die Deutsche Börse hat mit Eurex Clearing ein eigenes großes Abwicklungshaus.

Die EU hatte laut Insidern deutlich gemacht, dass sie eine dominierende Stellung der fusionierten Börse bei der Abwicklung von Derivategeschäften (Clearing) in Europa fürchtet. LSE und Deutsche Börse hoffen, dass der Verkauf von Clearnet ausreicht, um die Bedenken auszuräumen.

Clearinghäuser springen ein, wenn am billionenschweren Derivatemarkt ein Handelspartner ausfällt. So sollen die Transparenz und die Sicherheit des Finanzsystems erhöht werden. Auf Druck der Politik müssen künftig mehr Geschäfte über Clearinghäuser abgewickelt werden. Für die Börsenbetreiber gewinnt das Nachhandelsgeschäft auch deshalb an Bedeutung, weil die Margen im Handel unter Druck stehen.

Von

rtr

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