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30.08.2012

10:42 Uhr

Für drei Milliarden

ING verkauft kanadische Online-Tochter

Der in der Finanzkrise vom Steuerzahler über Wasser gehaltene niederländische Finanzkonzern ING verkauft eine weitere Tochter, dieses Mal in Kanada, und kassiert Millionen. Das Unternehmen muss Staatshilfen zurückzahlen.

Die Zentrale der ING in Amsterdam. Reuters

Die Zentrale der ING in Amsterdam.

Amsterdam/TorontoDer beim niederländischen Steuerzahler in der Kreide stehende Finanzkonzern ING treibt weiteres Geld auf. Die Direktbank-Tochter ING Direct Canada geht für 3,1 Milliarden kanadische Dollar (2,5 Mrd Euro) in bar an den örtlichen Rivalen Bank of Novia Sitia. Das Geschäft gaben die beiden Finanzfirmen am späten Mittwoch bekannt.

Die ING Direct Canada sei mit mehr als 1100 Mitarbeitern und 1,8 Millionen Kunden die führende Direktbank des Landes, erklärte die ING. Die Einlagen liegen bei rund 30 Milliarden kanadischen Dollar. Die Tochtergesellschaft wurde 1997 gegründet. Der Käufer Scotiabank ist eines der größten Geldhäuser Kanadas und kann durch den Zukauf seine Stellung noch ausbauen.

Der niederländische Staat hatte die ING in der Finanzkrise mit insgesamt 10 Milliarden Euro stützen müssen. Bisher sind 7 Milliarden Euro zurückgeflossen zuzüglich 2 Milliarden Euro an Zinsen. Um von der EU die Genehmigung für die Rettungsaktion zu erhalten, hatte sich die ING zum Verkauf von Firmenteilen verpflichten müssen.

Die ING hatte sich vor einem guten Jahr bereits von ihrer Direktbank-Tochter in den Vereinigten Staaten getrennt für 9,0 Milliarden Dollar. Käufer war der US-Finanzkonzern Capital One. Es war eines der größten derartigen Geschäfte in der Bankenwelt seit der Finanzkrise.

In Deutschland sind die Niederländer mit der ING Diba vertreten. Hierzulande ändert sich durch den neuerlichen Verkauf nichts, wie der Finanzkonzern versicherte, genauso wenig wie bei den Tochterfirmen in Österreich, Frankreich, Italien, Spanien und Australien.

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