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05.01.2012

07:42 Uhr

Für Immobilienprobleme

Spaniens Banken sollen 50 Milliarden bunkern

In Spanien macht die neue Regierung ernst – und die hiesigen Banken bekommen einen ersten Eindruck, was ihnen blüht: Sie sollen bis zu 50 Milliarden Euro zurücklegen. Doch woher nehmen?

Unfreiwilliger Schirm für Santander und Co. dapd

Unfreiwilliger Schirm für Santander und Co.

MadridSpanische Banken müssen nach dem Willen der neuen Regierung zusätzlich insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro für Verluste im Immobiliensektor zurücklegen. Die meisten Institute könnten dieses Polster über mehrere Jahre aus ihren Gewinnen bilden, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos in einem am Mittwochabend im Internet veröffentlichten Interview mit der „Financial Times“.

Die Regierung habe sich für diesen Puffer entschieden und damit gegen eine sogenannte „Bad Bank“ zur Isolierung von Verlusten durch das Platzen der Immobilienblase, hieß es in dem Bericht weiter.

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Die Banken müssten ihre Bilanzen ohne weiteres Geld aus der Staatskasse säubern, erklärte de Guindos dem Bericht zufolge weiter. Zudem müsse es unter den Sparkassen eine neue Runde der Konsolidierung geben.

FAQ Bankenstresstest

Was bringt der Stresstest?

Die EBA in London versucht damit, das in der Finanzkrise großflächig verloren gegangene Vertrauen der Investoren in die Banken wiederherzustellen. Sie sollen in der Belastungsprobe unter Beweis stellen, dass sie mit einer erneuten Krise besser fertig würden. Allerdings ist der Erfolg fraglich: Nach Ansicht von Experten müssten mehr Banken durchfallen als 2010, um dem Test Glaubwürdigkeit zu verleihen. Damals hatte es nur sieben von 91 Banken erwischt, darunter die ohnehin verstaatlichte deutsche Immobilienbank Hypo Real Estate.

Was wird getestet?

Die Banken müssen errechnen, wie sich ihr Kernkapital bei einem erneuten Rückfall in eine Rezession entwickelt. Europa würde danach bis Ende 2012 nicht mehr auf einen Wachstumspfad zurückkehren, das Bruttoinlandsprodukt fiele vier Prozent schwächer aus als die Experten glauben. Das Szenario ist extrem: Die Europäische Zentralbank schätzt die Chancen, dass es eintritt, 2011 auf ein Prozent und 2012 auf vier Prozent. Mit der Rezession verbunden ist eine Verschärfung der europäischen Staatsschuldenkrise, ein Anstieg der Zinsen und ein Verfall der Immobilienpreise.

Wie hoch ist die Messlatte?

Die harte Kernkapitalquote (Core Tier-1) der Banken darf auch unter diesen Voraussetzungen nicht unter fünf Prozent der risikogewichteten Aktiva (RWA) fallen. Eine Verschärfung: Vor einem Jahr mussten sie sechs Prozent Tier-1-Kapital behalten - damals waren Hybridkapital und die Stillen Einlagen aber noch dabei.

Wer fällt durch?

Experten gehen davon aus, dass europaweit mehr als zehn Institute durchfallen. Die Gefahr für die 13 deutschen Banken im Test scheint aber gebannt. Die Helaba und die NordLB haben rechtzeitig ihr Kernkapital so umgebaut, dass es im Stresstest ausreichend anerkannt wird. Auch der HRE-Nachfolger Deutsche Pfandbriefbank dürfte Kreisen zufolge bestehen, weil er seine belastenden toxischen Papiere mittlerweile in eine „Bad Bank“ ausgelagert hat.

Was sind die Konsequenzen?

Die EBA will nicht nur Banken, die im Test durchfallen, sondern auch andere schwächelnde Institute zu Gegenmaßnahmen zwingen. Durchsetzen sollen das die nationalen Aufseher. Die Staaten sollen dafür Notfallpläne vorhalten. In Deutschland fehlt BaFin und Bundesbank nach eigenem Bekunden dafür aber die gesetzliche Grundlage.

Warum wird der Stresstest kritisiert?

Investoren kritisieren, dass der Stresstest die Frage eines Bankrotts eines Euro-Landes wie schon 2010 ausklammert. Das ist eine politische Entscheidung: Für die Europäische Union ist so etwas (noch) tabu. Die deutschen Banken kritisieren, dass der Stresstest die Regeln von Basel III vorwegnimmt und sie vorzeitig zu einer neuen Zusammensetzung ihres Eigenkapitals zwingt - obwohl die Aufseher ihnen dafür mehr als zehn Jahre Zeit geben wollten. Diese Kritik teilen auch die deutschen Aufseher.

Wann stehen die Ergebnisse an?

Die Banken mussten die Zahlen eilends zusammenstellen, während die EBA noch letzte Hand an die Kriterien und an die Formulare legte. Die EBA selbst lässt sich fast zwei Monate Zeit. Veröffentlicht werden sollen die Ergebnisse Ende Juni. Nach der Plausibilitätsprüfung durch die nationalen Aufseher soll noch jeweils eine ausländische Aufsichtsbehörde kritisch auf die Zahlen schauen.

Von

rtr

Kommentare (4)

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RDA

05.01.2012, 08:45 Uhr

In Spanien gab es einen Bauboom bei Eigentumswohnungen. Leider stehen die jetzt trotz Wohnungsnot leer, weil "man" in Spanien nicht vermietet. Wie wäre es, wenn die Banken diese Wohnungen zwangweise vermieten? Zwar dürften krisenbedingt etliche Mietzahlungen ausfallen, aber das ist immer noch besser, als gar nichts.
Und absolut unvermietbare Wohnungen sollte der Staat zwangsbesetzen dürfen...das spart Miete für Sozialwohnungen

Account gelöscht!

05.01.2012, 09:22 Uhr

Wer Kredite ohne ausreichende Pfandklugheit (Werthaltigkeit richtig einschätzt) vergibt muß eben anfallende Ausfälle aus seinen Gewinnen/Eigenkapital decken. Ein sehr logischer Schluß, den die spanische Regierung da getroffen hat. - In dem Interview wird auch weiterhin festgestellt, dass die Banken, die dies nicht schaffen, eben von anderen absorbiert werden. Also survival of the fittest, auch für das jeweilige Bankenmanagement.
Wäre dies in Deutschland auch möglich?

Account gelöscht!

05.01.2012, 11:47 Uhr

Die Banken können aus diesen, auch von der EBA geforderten, Auflagen, in der Zukunft, nur eine Lehre ziehen. Leihe niemals denjenigen Geld, der die Macht hat über dich zu verfügen. Die ach so intelligenten Politiker werden dann schmerzhaft feststellen dass Banken in Zukunft ihre Staatsanleihen nicht mehr kaufen werden. Glückwunsch liebe Politiker!

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