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10.11.2014

15:14 Uhr

Fürs Sparen zahlen

Bankverband schließt Strafzinsen nicht aus

Die deutschen Bankinstitute kündigten an, auf die Anlagen von privaten Kunden Strafzinsen erheben zu wollen. Nicht alle Banken sehen diesen Weg als Möglichkeit. Ein großes Geldhaus schloss dies bereits kategorisch aus.

Die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt: Die Bank ist das zweitgrößte deutsche Finanzinstitut. dpa

Die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt: Die Bank ist das zweitgrößte deutsche Finanzinstitut.

FrankfurtAngesichts historisch niedriger Zinsen schließen Deutschlands Privatbanken Strafzinsen auf Kundeneinlagen nicht grundsätzlich aus. „Jedes einzelne Institut muss sich mit dem Thema auseinandersetzen“, sagte der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, in seiner Funktion als Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) am Montag in Frankfurt.

Er sei aber sicher, dass alle Banken „sehr verantwortungsvoll“ mit dem Thema umgehen werden. Fitschen deutete in diesem Zusammenhang an, dass zumindest Sparer mit kleinen Einlagen zunächst von den Belastungen negativer Zinsen verschont bleiben dürften.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verlangt von Banken, die Geld bei ihr parken, 0,2 Prozent Zinsen. Die Deutsche Skatbank hatte für Aufregung gesorgt, weil sie dies seit November an Kunden weitergibt - allerdings nur bei Gesamteinlagen über drei Millionen Euro.

Am Wochenende hatte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, Negativzinsen auf Spareinlagen bei den Sparkassen ausgeschlossen. Die Commerzbank hatte in der vergangenen Woche erklärt, Strafzinsen für ihre Privat- und Firmenkunden seien für die deutsche Nummer zwei kein Thema.

Zugleich machte sich der BdB für steuerliche Erleichterungen bei den Beiträgen für den neuen EU-Bankenabwicklungsfonds stark. „Wenn die Bankenabgabe etwa in Frankreich, Spanien und Irland abzugsfähig ist, sollte dies auch in Deutschland der Fall sein“, sagte Fitschen. „Ansonsten hätten wir einen klaren Wettbewerbsnachteil.“

Der Abwicklungsfonds soll bis zum Jahr 2024 mit 55 Milliarden Euro gefüllt werden. Einen Großteil – voraussichtlich 15 Milliarden Euro – dürften deutsche Institute beisteuern, die bereits in einen nationalen Krisenfonds einzahlen. Die Bundesregierung war in Brüssel mit dem Versuch gescheitert, dass die künftig europaweit erhobene Abgabe nicht steuerlich geltend gemacht werden sollte.

Von

dpa

Kommentare (13)

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Herr Manfred Zimmer

10.11.2014, 16:41 Uhr

Wie wäre es denn dann mit der Steuerpflicht?

Wenn positive Zinszahlungen mit Steuern belegt werden, dann müsste doch im Umkehrschluss auf negative Zinsen die Steuervergütung folgen.

G. Nampf

10.11.2014, 16:56 Uhr

@Manfred Zimmer

"Wenn positive Zinszahlungen ..."

Aber nur nach dem gesunden Menschenverstand. Nach der Logik unserer geldgierigen Obrigkeit funktioniert das so:

Für Zinseinnahmen müssen Steuern gezahlt werden (am besten 150%), auf negative Zinsen bald auch (es sind schließlich ZINSEN). Denn die nächste Diätenerhöhung muß finanziert werden.

G. Nampf

10.11.2014, 17:02 Uhr

"Fitschen deutete in diesem Zusammenhang an, dass zumindest Sparer mit kleinen Einlagen zunächst von den Belastungen negativer Zinsen verschont bleiben dürften."

Und annn wird die Grenze, was "klein" ist, sukzessive nach unten verschoben.

Was Herr Fitschen zwischen den Zeilen sagt: Die Strafzinsen kommen bei der DB bestimmt

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