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09.04.2011

15:57 Uhr

Fusion mit NYSE Euronext

Deutsche Börse droht Klage der eigenen Mitarbeiter

Der Deutschen Börse könnte bald eine Klage ins Haus flattern. Die eigenen Mitarbeiter drohen dem Vorstand mit gerichtlichen Schritten - sollte es "unabgestimmte Schritte" bei dem Zusammenschluss mit der NYSE geben.

Ein Mann verlässt in Frankfurt am Main das Gebäude der Deutschen Börse. Quelle: dpa

Ein Mann verlässt in Frankfurt am Main das Gebäude der Deutschen Börse.

Die Arbeitnehmervertreter der Deutschen Börse drohen dem Vorstand öffentlich mit einer Klage für den Fall unabgestimmter Schritte bei der vorgesehenen Fusion mit der Nyse Euronext. "Sollte der Vorstand von sich aus neue Elemente in den bestehenden Vertragsentwurf für die Fusion mit Nyse einbringen, ohne vorher den Aufsichtsrat in diese Änderungen einzubinden, werden wir rechtliche Schritte gegen den Vorstand prüfen", sagte Vize-Aufsichtsratschef und Arbeitnehmervertreter Johannes Witt der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Witt betonte, laut Aktiengesetz müsse der Aufsichtsrat bei jeder Änderung in einem solchen Übernahmeprozess eingebunden werden.

Der deutsche Konzern und der Betreiber der Wall Street wollen bis Jahresende zur weltgrößten Börse fusionieren. Witt hatte bereits früher beklagt, er sei als Aufsichtsrat nicht in die Fusionspläne eingeweiht gewesen. Das Vorhaben hat auf beiden Seiten des Atlantiks Befürchtungen über eine Dominanz des jeweils anderen Partners und über einen Stellenabbau geweckt.

Ein Gegengebot der der US-Technologiebörse Nasdaq und der US-Rohstoffbörse IntercontinentalExchange (ICE) für die Nyse schürte zuletzt Spekulationen auf eine höhere Offerte der Deutschen für den US-Konzern. Sollte es tatsächlich dazu kommen, könnte sich das Management gezwungen sehen, dies gegenüber den Aktionären mit höheren Synergieeffekten zu rechtfertigen, was Arbeitsplätze bedrohen würde.

Zuletzt schien jedoch ein höheres Gebot der Deutschen Börse unwahrscheinlich, wie Reuters von mehreren mit den Plänen vertrauten Personen erfahren hatte. Ein Erfolg des Gegengebots der Nasqaq wurde in den Kreisen unter anderem aus kartellrechtlichen Gründen angezweifelt, da eine kombinierte US-Börse ein Monopol bilden würde. Die Deutschen planten nicht, ihr Gebot von rund zehn Milliarden Dollar aufzustocken, hatte es geheißen

Von

rtr

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