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04.10.2016

15:30 Uhr

Fusionen in der Investmentbranche

Henderson und Janus dürften nur der Anfang sein

Der Zusammenschluss von Henderson und Janus ist unter Dach und Fach. Die Investmentbranche steht vor einem Umbruch. Erhöhte Regulierung und stärkerer Wettbewerb dürften eine Konsolidierungswelle auslösen.

Gross betreut bei der Janus Capital Group den Global Unconstrained Bond Fund, der ein Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar umfasst. Reuters

Bill Gross

Gross betreut bei der Janus Capital Group den Global Unconstrained Bond Fund, der ein Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar umfasst.

LondonDer Zusammenschluss von Henderson Group Plc mit Janus Capital Group Inc., aus dem ein Vermögensverwalter mit einem Anlagevolumen von 320 Mrd. Dollar und einem Marktwert von etwa 6 Mrd. Dollar hervorgeht, dürfte nur der Anfang einer Konsolidierungswelle in der Investmentbranche sein, die mit erhöhter Regulierung und stärkerem Wettbewerb zu kämpfen hat.

„Andere werden sagen, sie wünschten, sie hätten es getan, oder sie werden selbst darüber nachdenken“, sagte Henderson Chief Executive Officer Andrew Formica am Montag in einem Interview mit Bloomberg TV. „Es ist die zweckmäßigste Sache für unsere Kunden, unsere Mitarbeiter und unsere Aktionäre.“

Investmentmanager, die aktiv Aktien und Anleihen auswählen, haben in den letzten Jahren Marktanteile an Gesellschaften verloren, die passiv investieren und niedrigere Gebühren nehmen. Die fusionierte Janus Henderson Global Investors Plc wird gleichwohl nur ein kleiner Fisch sein im Vergleich BlackRock Inc. und Vanguard Group, die 4,9 Billionen Dollar beziehungsweise 3,5 Billionen Dollar verwalten.

Laurence D. Fink von Blackrock hatte im Mai gesagt, er erwarte eine Konsolidierung in der Branche, da die Firmen Schwierigkeiten hätten, ihre Benchmarks zu schlagen und die Regulierung Index-Strategien bevorzuge. Analysten von Jefferies Group LLC und Cantor Fitzgerald LP sagen, der Zusammenschluss werde das Interesse auf weitere Transaktionen in der Branche lenken.

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Der Zwang zur Größe erfasst die Vermögensverwaltung: Die Fondshäuser Janus und Henderson gehen zusammen. Geringere Kosten sollen den Druck auf die Rendite dämpfen und den Gewinn erhöhen. Die Anleger freut es.

„Das Feld wird sich verkleinern“, erklärte Richard Weil, CEO von Janus in einem Interview mit Bloomberg TV. „Wir versuchen nicht, Blackrock oder einer der ganz großen zu werden, aber zusätzliches Volumen beim verwalteten Kapital ermöglicht uns, mehr Erträge für unsere Aktionäre zu generieren und angemessene Investments zu tätigen.“

Sowohl Formica als auch Weil waren bestrebt, ihr Geschäft durch Akquisitionen, neue Fondsangebote und Expansion im Ausland zu diversifizieren. Weil hatte 2014 Bill Gross von Pacific Investment Management Co. zu Janus geholt. Gross betreut dort den Global Unconstrained Bond Fund, der inzwischen ein Volumen von mehr als 1,5 Mrd. Dollar hat.

„Es gibt unmittelbaren Gegenwind für die Branche“, sagte Alex Birkin, Leiter Wealth und Asset Management beim Berater EY in Europa. „Die organische Wachstumsstrategie ist schwierig und langsam, insbesondere im heutigen Umfeld. Wenn man also schnell einen großen Schritt beim Wachstum vorankommen will, ist es die einzige Option.“

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