Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.01.2016

15:53 Uhr

Fusionen und Übernahmen

Das Karussell dreht sich 2016 weiter

VonPeter Köhler, Robert Landgraf

Die Investmentbanker haben 2015 weltweit noch besser verdient als in den Boom-Zeiten vor der Finanzkrise. Besonders in den USA läuft das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) rund. Anders in Deutschland.

Investmentbanken haben viel Geld mit einer Reihe von Übernahmen verdient. dpa

Kettenkarussell

Investmentbanken haben viel Geld mit einer Reihe von Übernahmen verdient.

FrankfurtEs war ein goldenes Jahr für die Investmentbanken – weltweit nahm das Volumen an Fusionen und Übernahmen 2015 um 43 Prozent auf den Rekordwert von gut 4,5 Billionen Dollar zu. Damit wurde die bisherige Höchstmarke aus dem Jahr 2007 – der letzten Bonanza vor dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers und der darauf folgenden Finanzkrise – übertroffen.

Und auch für 2016 sind die notorisch optimistischen „Rainmaker“, die die Milliarden-Deals einfädeln, zuversichtlich, den erreichten Stand zumindest verteidigen zu können. „Die Pipeline an möglichen M&A-Übernahmen ist groß. Denn Unternehmen müssen ihre Wachstumsstory aufrechterhalten. Das Geld in einen reinen Aktienrückkauf zu investieren oder immer höhere Dividenden auszuschütten, ist auf Dauer keine Lösung“, meint Rainer Langel, Deutschlandchef der australischen Investmentbank Macquarie.

Renaissance der Regenmacher: Das sind Deutschlands erfolgreichste Dealmaker

Renaissance der Regenmacher

Premium Das sind Deutschlands erfolgreichste Dealmaker

Ein kleine Gruppe von Bankern hat Sonderkonjunktur. Sie beraten Firmen beim Kauf anderer Firmen und erzielen hohe Erlöse. Eine Liste zeigt, wer in diesem Geschäft vorn liegt – es ist ein Spezialist der Deutschen Bank.

Zu den Unsicherheitsfaktoren zählen neben möglichen neuen Terror-Anschlägen auch die Risiken auf dem Markt für Hochzinsanleihen. Vor allem einige Energiekonzern, die unter dem niedrigen Ölpreis leiden, könnten hier ein Auslöser für Verwerfungen sein. Und speziell für Deutschland gibt es noch einige Sonderthemen. „Das M&A-Geschäft in Deutschland wird von politischen Herausforderungen wie der Flüchtlingskrise und dem Kampf um das Überleben der Eurozone überschattet. Das zehrt am Vertrauen der Manager in die Zukunft und bremst die Deals“, meint Leon Saunders Calvet, Global Head of Capital Markets & Advisory, beim Informationsdienstleister Thomson Reuters.

Dabei hätten die Vorstandschefs aus dem Dax und MDax sowie die großen Mittelständler allen Grund, Tempo zu machen. Denn im internationalen Vergleich hinkt der deutsche Markt im M&A-Geschäft hinterher. Das Volumen brach 2015 um 40 Prozent auf 131 Milliarden Dollar ein, die Mammut-Zusammenschlüsse spielten sich woanders ab, etwa zwischen den Pharmakonzernen Pfizer und Allergan, die die globale Liste mit 160 Milliarden Dollar anführen. Unter den weltweiten Top Ten waren alleine sechs Transaktionen rein inneramerikanische Zusammenschlüsse.

„In Deutschland gibt es ganz klar einen Nachholbedarf“, konstatiert Dirk Albersmeier, Co-Chef M&A für Europa bei der Investmentbank JP Morgan. Weil die Erwartungen der Investoren und Analysten an substanzielle Gewinnsteigerungen hoch seien, würden deutsche Unternehmen über M&A 2016 aktiv werden und Wachstum hinzukaufen. Die deutschen Konzerne setzten zwar traditionell mehr auf organisches Wachstum, müssten aber 2016 aus der Deckung kommen, meint ein Investmentbanker in Frankfurt. „In einigen Branchen läuft das Endspiel der Konsolidierung. Schlecht, wenn man nicht dabei ist“, ergänzt der Insider.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×