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29.01.2011

15:37 Uhr

Gary Cohn

Goldman Sachs fordert flexiblere Bankenregulierung

Der Präsident und Chief Operating Officer der Investmentbank Goldman Sachs, Gary Cohn, hat sich dafür ausgesprochen, dass die Bankenaufseher künftig schneller eingreifen und flexibler handeln.

Goldman-COO Gary Cohn: "Sie regulieren stets die Vergangenheit". dpa

Goldman-COO Gary Cohn: "Sie regulieren stets die Vergangenheit".

rtr BERLIN. "Sie regulieren stets die Probleme der Vergangenheit, nicht aber die der Zukunft. Das muss sich ändern", sagte Cohn in einem Interview der "Welt am Sonntag". Zugleich warnte er davor, die Bankenbranche zu stark zu regulieren.

"Wir müssen alles dafür tun, dass die Regulatoren gut informiert sind. Und sie müssen die Macht haben einzuschreiten, wenn etwas schiefläuft. Aufsichtsbehörden sollten in Echtzeit die Daten der Banken einsehen können und die Möglichkeit haben, sofort einzuschreiten, wenn es nötig ist", sagte der Banker.

Gleichzeitig müssten die Aufseher darauf achten, bei der Regulierung der Banken nicht andere Finanzdienstleister wie Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften aus den Augen zu verlieren: "Während sich politische Entscheider auf bessere Regulierung traditioneller Banken konzentrieren, müssen sie ebenfalls Risiken im Auge behalten, die durch neue Geschäftsmodelle der Finanzbranche entstehen", sagte Cohn.

"Liegt der Fokus allein auf traditionellen Banken, dann schafft die Politik Anreize, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, die sich auf das gesamte Finanzsystem auswirken könnten", erklärte der Spitzen-Banker. Eine überbordende Regulierung würde indes dazu führen, dass Banken weniger Kredite vergeben und weniger Risiken eingingen. Dadurch würden Kredite teurer, und es würde weniger Investitionen geben.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr ist sich Cohn unsicher. Er wisse nicht, ob die Finanzkrise vorbei sei: "Sicher ist nur, dass jeden Tag, an dem es keinen Rückschlag gibt, das Ende der Krise etwas näher rückt." Die Situation sei allerdings alles andere als normal. Der aktuelle Aufschwung sei einigermaßen instabil und die Staatsfinanzierungskrise in Europa nicht beendet.

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