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30.11.2011

10:21 Uhr

Gehälterreport

Wo Banker am meisten verdienen

VonCarina Kontio

Während die einen mit allen Mitteln gegen die Euro-Krise kämpfen, Staaten retten und Geldhäuser stützen, scheffeln Banker ordentlich Geld. Sie tragen ein Vielfaches dessen, was Otto-Normalverbraucher verdienen, nach Hause.

Im Londoner Finanzviertel steigen die Grundeinommen – um satte zwölf Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. AFP

Im Londoner Finanzviertel steigen die Grundeinommen – um satte zwölf Prozent in den vergangenen zwölf Monaten.

DüsseldorfIn der Finanzkrise hat ihr Image schwer gelitten und in der Euro-Krise müssen viele Banken stellen streichen. Trotzdem können die Kreditinstitute offenbar nicht über Geldmangel klagen. Ganz im Gegenteil. Ein Blick auf die Gehaltskonten der Banker.

England: Den Briten geht es schlecht, wenn sie nicht gerade bei einer Bank arbeiten. Inflation fünf Prozent, die Löhne stagnieren und die Arbeitslosigkeit war zuletzt vor bald zwanzig Jahren so hoch. Nur im Londoner Finanzviertel steigen die Grundeinommen – um satte zwölf Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Rund 96.000 Euro brutto verdienen Finanzexperten im Schnitt während die Briten landesweit gerade mal 20.000 Euro erwirtschaften.

Noch besser geht es Bankern in Top-Positionen: Ihre Gehälter klettern um ganze 21 Prozent auf rund 272.000 Euro und UK-Banker in der Konzernleitung bringen es laut einer Studie des unabhängigen Equity-Research-Unternehmens Alpha Value sogar auf 5,78 Millionen Euro. Die hohen Lohnsteigerungen erklärt die Personalberatung Astbury Marsden damit, dass im Gegenzug die Boni schrumpfen, da rund um den Globus Investmentbanken wegen der Schuldenkrise auf die Kostenbremse treten mussten. Statt rund 29.850 Euro gibt's für Londons Banker "nur" noch rund 23.100 Euro in diesem Jahr.

Am Finanzplatz Frankfurt sind die meisten Banker von den Bezügen ihrer Kollegen in New York und London weit entfernt. dpa

Am Finanzplatz Frankfurt sind die meisten Banker von den Bezügen ihrer Kollegen in New York und London weit entfernt.

USA: Wie in England, müssen sich auch die Wall-Street-Banker darauf einstellen, dass sie je nach Position 20 bis 30 Prozent weniger Boni ausgezahlt bekommen als im vergangenen Jahr. Auch hier leiden die Geschäfte seit Monaten unter der Schuldenkrise in Europa und der lahmenden US-Wirtschaft.

Allerdings wird kein Banker deswegen am Hungertuch nagen, denn an Topadressen wie bei Goldman Sachs und JP Morgan verdienen Investmentbanker immer noch ein Vielfaches dessen, was Otto-Normalverbraucher verdienen. Die Fixgehälter liegen laut der Personalberatung Kennedy Associates Mitte 2011 im Durchschnitt bei 340.000 bis 450.000 Euro – sie wurden als Reaktion auf schärfere Bonusregeln massiv nach oben geschraubt.

Inklusive Bonus kommen erfahrene Top-Performer auf rund 1,5 Millionen Dollar. Auch der Gehaltsscheck für Berufseinsteiger ist nicht schlecht – sie verdienen inklusive Boni etwa 125.000 Dollar im Jahr, während hierzulande die Junioren im Investment-Banking etwa mit rund 65.000 Euro Grundgehalt starten.

Kommentare (20)

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Account gelöscht!

30.11.2011, 09:35 Uhr

Unsere Leistungsträger eben. < Ironie Ende>

Account gelöscht!

30.11.2011, 09:43 Uhr

Ein Artikel, der eindrucksvoll unterstreicht, dass wir in Deutschland in einer absoluten Neidgesellschaft leben.

Von den von Ihnen genannten Gehaltssummen sind schätzungsweise 80% der in der Bankenbranche tätigen Menschen weit entfernt, aber mit der einfachen Aneinanderreihung von recherchierten (oder stumpf behaupteten) Zahlen lässt sich halt immer gut Stimmung machen und überdeckt, dass die Autorin mit ihrem Artikel rein gar nichts journalistisch wertvolles beizutragen hat.

Bekommen wir dann nächste Woche bitte die Gehälter der Automobilbauer geliefert, damit ich mich dann darüber aufregen kann, weil ich deshalb zu viel für mein Auto bezahlen musste?

Oder wie wäre es mal mit den Journalisten in Print-/Funk- und Fernsehmedien? Würde mich mal interessieren, was diese Menschen so für ihren geistigen Dur...all so verdienen. :-)

Hotzenplotz

30.11.2011, 10:08 Uhr

Wow, da verdient ja Monica Lierhaus beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit 450000 Euro mehr als so mancher Banker, der weit über 60 Stunden arbeitet.
Wird wohl Zeit mal über Lohnstreiks bei den Banken nachzudenken.

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