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06.09.2013

19:43 Uhr

Gehaltsdebatte

EU-Bonusdeckelung trifft wohl 35.000 Banker

Europas Banker müssen sich auf weniger Bonus einstellen. Die British Bankers' Association (BBA) hat eine erste Schätzung veröffentlicht, wer alles von den neuen Bonusregeln der EU betroffen ist.

Im Londoner Finanzviertel Canary Wharf sollen die Bonuszahlungen sinken. dapd

Im Londoner Finanzviertel Canary Wharf sollen die Bonuszahlungen sinken.

LondonWeltweit etwa 35.000 Mitarbeiter bei Banken sind nach Einschätzung der British Bankers' Association (BBA) voraussichtlich von der künftigen Bonusdeckelung in der Europäische Union betroffen. Das wären etwa 20mal mehr, als derzeit Vergütungsbeschränkungen unterliegen.

Die EU-Regel beschränkt Bonuszahlungen auf das Doppelte des Jahresfestgehalts. Nach der Definition der Europäischen Bankenaufsicht EBA beginnt die Deckelung ab einem Festgehalt von jährlich 500.000 Euro, da Mitarbeiter in dieser Gehaltsklasse als sogenannte „Risk Taker” - Personen, die hohe Risikopositionen begründen können - eingestuft werden. Und das unabhängig von ihrer tatsächlichen Funktion. Die EBA wurde 2011 aufgestellt, um die Regeln für die Bankenaufsicht innerhalb der EU zu harmonisieren

Nach einer Studie des britischen Bankenverbands BBA, der auf der Internetseite der EBA veröffentlicht wurde, wären von der Regelung etwa 23.450 Bankmitarbeiter in Großbritannien, 2835 in anderen EU-Ländern und 8777 in weiteren Ländern weltweit betroffen. Die BBA hat die EBA ersucht, die Einführung der schärferen Bonusdeckelung um ein Jahr zu verschieben. Die Bezahlung der Banker ist seit der Finanzkrise des Jahres 2008 ins Visier von Aufsichtsbehörden und Regierungen geraten. Die EU hatte die Bonusdeckelung in diesem Jahr beschlossen.

„Bedeutende Risk-Taker allein aufgrund ihres Vergütungspakets zu definieren ist einfach falsch”, sagte Simon Hills, Executive Director der BBA in London in einem Telefoninterview mit Bloomberg News. „Viele Leute, deren Verdienst über der 500.000-Euro-Grenze liegt, üben Funktionen aus, die nicht dazu führen, dass sie bedeutende Risiken für ihr Institut eingehen, und wir hoffen, dass die EBA diesen Aspekt noch einmal überdenken wird.”

Die Verschärfung ist nach Angaben der BBA das Ergebnis der strengeren Definition der EBA für einen Risk-Taker. Die Aufsichtsbehörde hat zudem die am höchsten bezahlten 0,3 Prozent der Mitarbeiter einer Bank in ihre Pläne einbezogen, sowie einige Banker, deren Bonus 75.000 Euro übersteigt. Unter dem vorherigen Plan waren nach Angaben des Bankenverbands rund 1500 Mitarbeiter von der Deckelung betroffen, die bei Banken aus der EU irgendwo in der Welt arbeiten oder in EU-Niederlassungen von Banken mit Sitz außerhalb der Europäischen Union tätig sind.

Die BBA ist besorgt, dass die Banken es nicht schaffen werden, die neuen Anforderungen rechtzeitig bis zur Bonusrunde Anfang 2014 umzusetzen. Franca Congiu, eine Sprecherin der EBA, wollte sich zu der BBA-Studie nicht äußern.

Kommentare (1)

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Mazi

07.09.2013, 11:22 Uhr

EU-Beamte sollten wie ihre Kollegen in den Herkunftsländern auch ihre Steuern zahlen. Auch dort muss durchgegriffen werden.

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