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24.04.2014

12:51 Uhr

Geldauflagen für Ex-LBBW-Vorstände

50.000 Euro für gute Zwecke statt langer Prozess

Schnelles Ende im Prozess um Bilanzfälschung gegen Ex-Vorstände der Landesbank LBBW: Die Staatsanwaltschaft stimmt der Einstellung gegen Geldauflagen zu. Ex-Bankchef Jaschinski ist erleichtert.

Erfolg für Siegfried Jaschinski (l.): Der Ex-Chef der LBBW, hier mit dem freigestellten Vorstandsmitglied Michael Horn, muss lediglich eine Geldauflage zahlen. dpa

Erfolg für Siegfried Jaschinski (l.): Der Ex-Chef der LBBW, hier mit dem freigestellten Vorstandsmitglied Michael Horn, muss lediglich eine Geldauflage zahlen.

StuttgartDer Strafprozess gegen den ehemaligen Vorstand der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wegen angeblicher Bilanzfälschung wird nach gut zwei Monaten eingestellt. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft stimmte am Donnerstag einem Vorschlag von Richter Hartmut Schnelle zu, das Verfahren gegen Ex-LBBW-Chef Siegfried Jaschinski und acht andere Angeklagte gegen Zahlung einer Geldauflage zu beenden.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten vorgeworfen, die prekäre Lage der größten deutschen Landesbank vor ihrer Beinahe-Pleite 2009 verschleiert zu haben. Zwei Gutachter entkräfteten die Vorwürfe vor Gericht jedoch weitgehend.

Richter Schnelle regte deshalb vor zwei Wochen eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldauflage an. Jaschinski, der als Vorstandschef die größte Verantwortung trug, soll 50.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung überweisen. Die anderen Bankvorstände müssen jeweils 40.000 Euro berappen, zwei mitangeklagte Wirtschaftsprüfer jeweils 20.000 Euro.

„Vor dem Hintergrund der beruflichen und persönlichen Belastung haben meine Ex-Kollegen und ich der Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage zugestimmt“, sagte Jaschinski. „Gleichwohl halten wir an unserer Auffassung fest, absolut korrekt gehandelt zu haben.“ Jaschinski war 2009 als LBBW-Chef abgetreten und arbeitet heute für die Frankfurter Investmentbank Main First.

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Michael Horn, der als einziger Angeklagter noch bei der LBBW angestellt ist, darf nach dem Urteil hoffen, seine Arbeit als stellvertretender Vorstandschef bei der Landesbank wieder aufzunehmen. „Wir begrüßen den heutigen Beschluss des Gerichts und freuen uns für Herrn Horn, dass dieses belastende Kapitel für ihn nun beendet ist“, erklärte die LBBW. Der Aufsichtsrat, der Horn wegen des Prozesses im November 2013 freigestellt hatte, werde sich in Kürze mit der Angelegenheit befassen.

Der Prozess war eine von mehreren juristischen Auseinandersetzungen in Deutschland, in denen um die Verantwortung für Fehlverhalten vor oder während der Finanzkrise gestritten wird. Auch ehemalige Manager der BayernLB, der HSH Nordbank und der Mittelstandsbank IKB mussten sich schon vor Gericht verantworten. Diverse Ermittlungsverfahren laufen noch.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

24.04.2014, 13:26 Uhr

Milliarden auf Staatskosten verspekuliert und sich dann mit 50.000.- Euro "freikaufen"! Lächerlich!

Was passiert mit einem "Steuerhinterzieher" ähnlichen Umfangs? Der wandert 1200 Jahre ins Gefängnis!

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