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04.05.2015

15:22 Uhr

Geldautomaten in Berlin

Geht der Hauptstadt bald das Bargeld aus?

Ein Streik bei einem Sicherheitsunternehmen hat für Banken in Berlin und Brandenburg unangenehme Folgen: Kunden bekommen an vielen Geldautomaten kein Bargeld mehr. Eine schnelle Lösung des Konflikts ist nicht in Sicht.

Ein Geldautomat der Deutschen Bank am Wittenbergplatz in Berlin: Nicht nur hier ist das Bargeld ausgegangen.

Leerer Geldautomat

Ein Geldautomat der Deutschen Bank am Wittenbergplatz in Berlin: Nicht nur hier ist das Bargeld ausgegangen.

BerlinDas erste Maiwochenende in Berlin – die Stadt ist voll Touristen, das Wetter hervorragend. Einzig der Gang zur Bank kann die Stimmung der Besucher trüben. Samstagabend, Filiale der Commerzbank am Alexanderplatz: Ein ganzes Bataillon an Geldautomaten steht bereit, doch keine der zehn Maschinen gibt Geld aus. Dasselbe Bild am Sonntag am Wittenbergplatz bei der Deutschen Bank: Sechs Automaten, null Scheine. Am Montag spitzt sich die Lage zu – der Hauptstadt geht das Bargeld aus.

Grund für die Scheinknappheit ist kein technischer Defekt, sondern ein Streik. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bestreikt das Sicherheitsunternehmen Prosegur im Kampf um einen besseren Haustarifvertrag. Laut Verdi sind neben Deutscher Bank und Commerzbank auch Berliner Bank, Postbank und Sparda-Bank sowie einige weitere kleinere Institute betroffen.

Wie Kunden Betrügereien am Geldautomaten erkennen

Automat checken

Manchmal genügt schon ein genauer Blick auf das Gerät, rät die Verbraucherzentrale NRW. Ist am Karteneinzug ein wackliger Vorbau angebracht oder kommt Ihnen die Tastatur etwa aufgrund falscher Beschriftung merkwürdig vor, waren wahrscheinlich kriminelle Bastler am Werk. Informieren Sie gleich einen Bankmitarbeiter oder die Polizei. Es folgen weitere Tipps der Verbraucherschützer.

Ins Gebäude gehen

Meiden Sie nach Möglichkeit außen liegende Bankautomaten, gerade an Wochenenden. Diese können von Betrügern leichter manipuliert werden als Geräte im Schaltervorraum. Vorsicht angebracht ist aber auch an den Türöffnern, die per Karte bedient werden. In keinem Fall wird dort die Eingabe der PIN verlangt!

Anzeige abdecken

Verdecken Sie bei Eingabe Ihrer Pin die Tastatur mit der Hand. So können die Daten weder von einer hinter Ihnen stehenden Person, noch von einer heimlich installierten Minikamera abgefangen werden.

Wartezeit einhalten

Gibt der Geldautomat nicht sofort die gewünschten Scheine aus, sollten Sie noch einige Zeit warten. Manche Geräte brauchen etwas länger. Wer sich bereits 20 Sekunden nach Rückgabe der Karte davon entfernt, kann jedenfalls nicht behaupten, der Automat sei defekt (AG Düsseldorf, Beschluss v. 11.2.1998, Az.: 48 C 20333/97).

Protokoll von der Bank einfordern

Kommt bei einem Abhebungsversuch auch nach mehreren Minuten kein Geld heraus, empfiehlt die VZ NRW, von der Bank das Auszahlungsprotokoll zu verlangen. Dort müssen auch die unmittelbar vor und nach Ihrem Auszahlungsvorgang getätigten Barabhebungen vermerkt sein. Bei Unstimmigkeiten im Protokoll haben Sie gute Chancen, wieder an Ihr Geld zu kommen. Sie können sich auch das Wartungsprotokoll vorlegen lassen und auf Unregelmäßigkeiten prüfen.

Mögliche Täter ermitteln

Fragen Sie die Bank nach Name und Anschrift der Person, die nach Ihnen am Automaten Geld abgehoben hat. Vielleicht hat Ihr "Nachfolger" das Geld mitgenommen. Wenn sich die Bank unter Hinweis auf das Bankgeheimnis weigert, über einen Kunden Auskunft zu geben, hilft möglicherweise eine Strafanzeige (gegen Unbekannt) bei Polizei oder Staatsanwaltschaft weiter.

Zeugen suchen

Informieren Sie sich auch über die Namen der Bankmitarbeiter, die den Automaten befüllt oder den Kassenabschluss vorgenommen haben. Diese könnten in einem späteren Prozess hilfreiche Zeugen sein, wenn es zum Beispiel technische Probleme gab. Allerdings sollten Verbraucher ohne Rechtsschutzversicherung aufgrund des hohen Kostenrisikos besser von einem Rechtsstreit absehen. Lassen Sie sich diesbezüglich von der Verbraucherzentrale oder einem Anwalt beraten.

Kontoauszüge

Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge. Auch ohne Skimming-Gefahr ist das für jeden Bankkunden eine Pflichtaufgabe.

Am Morgen brachte eine neuerliche Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften kein Ergebnis. Eine Lösung im Tarifstreit scheint in weiter Ferne: „Es gibt keinen weiteren Gesprächstermin“, zitiert die Berliner Morgenpost Online Ver.di Sprecher Andreas Splanemann. Man habe einstimmig für die Fortsetzung des Streiks gestimmt.

Nach eigenen Angaben ist Prosegur Marktführer für Geld- und Werttransporte in Deutschland. Laut Tagesspiegel versucht Prosegur die Bargeldversorgung mithilfe von Mitarbeitern aus anderen Regionen, in denen nicht gestreikt wird, zu verbessern. Es seien aber nur wenige Streikbrecher nach Potsdam gekommen, dem Sitz des Unternehmens in der Region, das hier nach Verdis Angaben zufolge rund 350 Mitarbeiter beschäftige, so die Zeitung weiter.

Von

mdo

Kommentare (1)

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Herr Franz Paul

04.05.2015, 15:55 Uhr

Na und? Berlin ist doch schon immer sowas von Pleite. Da brauchen sie auch kein Bargeld.

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